Mit Selma Güney über die Selbstpositionierung von Muslimas in digitalen Räumen
Mit Selma Güney sprechen wir über die Selbstpositionierung von Muslimas in digitalen Räumen. In deren Dissertation untersucht Selma, wie muslimische Medienmacherinnen digitale Räume nutzen, um sich gesellschaftlich zu positionieren und Fremdzuschreibungen zu widersprechen. Einigen Medienmacherinnen geht es dabei darum, überhaupt als gesellschaftliches Subjekt wahrgenommen zu werden, sichtbar zu werden, anderen darum, sich provokativ eindeutigen Zuschreibungen zu entziehen.
Außerdem gibt Selma Einblicke in deren qualitativen Forschungsprozess und die besonderen forschungsethischen Fragen, die mit Interviews zu Marginalisierungs- und Diskriminierungserfahrungen verbunden sind. Wir sprechen über Vertrauen und Nähe im Forschungsprozess, die eigene Positionierung als Forscher*in, den Umgang mit sensiblen und persönlichen Erzählungen und darüber, welche Verantwortung entsteht, wenn Menschen Einblicke in ihre Biografien geben. Zum Abschluss diskutieren wir, warum Zuhören, gründliches Einlesen und die Reflexion der eigenen Perspektive in der Forschung zu marginalisierten Gruppen unverzichtbar sind.
Eine Folge über digitale Sichtbarkeit, gesellschaftliche Macht und darüber, wer selbst sprechen kann und wem zugehört wird.