MeltingPod - Migration im Dialog

MeltingPod - Migration im Dialog

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00:00:00: Nicht nur da, wo Befragte sich selbst politisch rechts verorten würden finden wir rechtsextreme Einstellungen.

00:00:06: Da im Besonderen und am häufigsten aber eben auch unter Befragt die selber von sich behaupten genau in der Mitte zu stehen politisch.

00:00:18: Willkommen zum Podcast Malting-Pod – Migration im Dialog.

00:00:28: In diesem Podcast sprechen wir mit Nachwuchswissenschaftlerinnen aus verschiedensten Fachgebieten wie zum Thema Migration forschen Ein Einblick also in die Migrationsforschung über die Grenzen wissenschaftlicher Disziplinen hinweg.

00:00:40: Organisiert wird der Podcast vom Nachwuchsnetzwerk des interdisziplinären Zentrums für Integrations- und Migrations-Forschung an der Universität Thysburg Essen.

00:00:50: Herzlich willkommen zur sechzehntigsten Folge Meltingpod, die moderiere heute ich Anna zusammen mit Merve.

00:00:57: Hallo Anna!

00:00:58: Hallo Merve In dieser Folge geht es um rechtsextreme rechtspopulistische und menschenfeindliche Einstellungen Und wir nehmen diese Folge am siebten Mai auf.

00:01:09: und bei dem Thema muss ich deshalb direkt an letzte Woche denken, an den ersten Mai, an dem Neonazis sich hier in Essen versammelt haben.

00:01:17: Ich war unter anderem mit Migra-Freunden von mir und natürlich vielen anderen beim Gegenprotest und da haben wir viele auch junge Männer gesehen die sich vielleicht in der Neonazi Szene radikalisiert haben.

00:01:31: So ein Neonazi-Aufmarsch macht mir und meinen Freundin natürlich Angst.

00:01:36: Aber wenn wir von Rechtsextremismus an Menschenfeindlichkeit sprechen, stellt sich die Frage ob das tatsächlich Phänomene sind, die sich in der rechtsextremen Szene am Rand der Gesellschaft abspielen oder ob sie etwas mit der breiten Mitte der Gesellschaft zu tun haben?

00:01:53: Eine Untersuchung, die diese Frage ernst nimmt ist die Mitte Studie.

00:01:57: Die wird alle zwei Jahre am interdisziplinären Institut für Konflikt- und Gewaltforschung an der Universität Bielefeld durchgeführt.

00:02:04: Und von der Friedrich Ebert Stiftung gefördert.

00:02:07: Wir haben euch alle Mitte Studien seit Jahrzehntein vierzehn auch in den Schornots verlinkt, und mit Nico Mokros haben wir heute ein Gast hier, der sich mit der Mitte Studie bestens auskennt und auch in seiner eigenen Forschung dafür plädiert, in der Ungleichwertigkeitsforschungen gesamtgesellschaftliche Normalitäten und Verschiebungen kritisch zu reflektieren.

00:02:25: Willkommen Nico!

00:02:26: Hallo,

00:02:27: danke für die Einladung.

00:02:30: Ja voll schön dass du hier bist!

00:02:32: Du hast Erziehungswissenschaften und Psychologie in Bielefeld spriert und ich glaube in deinem Masterstudium das erste Mal auch als Hilfskraft an der Mitte Studie mitgearbeitet?

00:02:42: Stimmt

00:02:43: das?

00:02:43: Genau, das müsste im Jahr zwei Tausendundsebzehn-Achzehn ungefähr gewesen sein als ich angefangen habe am IKG als Hilfskraft zu arbeiten und dann ja wenn ich darüber in das Projekt reingekommen Und nicht mehr nur es gekommen, wie auch.

00:03:02: Schon einige Zeit eigentlich, die du damit arbeitest und du hast jetzt mittlerweile schon zum zweiten Mal die Veröffentlichung der Mitte Studie als wissenschaftlicher Mitarbeiter- und Projektkoordinator mitgemacht?

00:03:16: Stimmt das

00:03:16: auch?

00:03:18: Genau!

00:03:19: Erst mal vor zwei Jahren bzw.

00:03:21: ... Mit der Reise sind das ja immer so Doppelzahlen, wo ich auch mal in Stolpern komme.

00:03:30: Und dann jetzt zuletzt, vierundzwanzig und zwanzig genau.

00:03:35: Und mitgeschrieben hatte ich dann aber auch schon also in der einundzwannsiger Mitte Studie und in der achtziner Wahrheit als Hilfskraft im Projekt habe ich auch einen Beitrag mit geschrieben.

00:03:50: Okay, ja cool.

00:03:51: Mega dass du heute hier bist um uns mehr über die Mitterstudie und deine eigene Forschung auch mit den Daten zu erzählen.

00:03:58: Um dich noch ein bisschen besser kennenzulernen, gebe ich jetzt weiter an Merve.

00:04:02: Ja, dir du noch zwei kleine Fragen stellt?

00:04:04: Ja danke Anna!

00:04:05: Wir fangen in unserer Podcast-Folge meistens auch nochmal mit so einer Entwederoder Frage an Und bei dir haben wir uns überlegt das wir gegen Emotionen ausspielen wollen.

00:04:16: Deswegen meine Frage an dich, würdest du lieber in einer Welt leben?

00:04:19: In der alle politischen Debatten komplett Fakten basiert und Nüchtern geführt werden oder in einer Welte, in der sie emotional und zugespitzt sind dafür aber viele Menschen erreichen?

00:04:37: Ehrlicherweise würde ich spontan mich für die erste Welt entscheiden vielleicht aus dem Grund oder, dass ich sage okay die Utopie das wir alle Menschen erreichen eine Demokratie die ist unerreicht.

00:04:54: deswegen dann lieber die erste Variante und die zweite ist mir eher unheimlich.

00:04:59: Ja verstehe ich wenn man dann quasi auch nicht mehr sozusagen zur Faktizität zurückkommt.

00:05:05: aber ja und auf wenn man mit Faktikität ja ankommt heißt es ja nicht dass es emotional nicht auch verwertet wird.

00:05:10: daher war das eine sehr gemeine Frage sehe ich vollkommen ein.

00:05:14: Und die zweite Frage, die wir gerne immer stellen ist, arbeitest du qualitativ oder quantitativ?

00:05:24: Hätte man natürlich jetzt auch vermuten können.

00:05:25: Wenn man ein bisschen von der Mittelstudie weiß und aber... Tatsächlich gehe ich jetzt erst mal davon aus, dass einige Zuhörerinnen von uns die Mitte Studie vielleicht kennen.

00:05:35: Andere aber wiederum gar nicht kennen.

00:05:37: Deswegen meine erste Frage an dich Was genau ist eigentlich die Mitte-Studie und warum sollte sich eigentlich die breite Öffentlichkeit für diese Studie interessieren?

00:05:48: Die Mitte-studie hat eigentlich ein ziemlich langes Geschichte mittlerweile Und in der Form wie wir sie jetzt machen.

00:05:55: hier aus Bielefeld haben wir seit den Jahren die Chance, über die viertrige Ebertiftung alle zwei Jahre eine bevölkerungsrepresentative Umfrage zu machen.

00:06:06: Ich mache mir über Telefon-Interviews und Ziel der Umfrage ist es in diesem Zwei-Jahres-Turnus immer wieder Auskunft darüber zu bekommen wie verbreitet eigentlich menschenfeindliche Rechtsextreme oder allgemein das Demokratie gefährdende Einstellungen.

00:06:28: Man muss dazusagen, die Untersuchung selbst oder die Idee sozusagen die Mitte zu beforsten oder an der Mitte zu forschen, die gibt es schon deutlich länger.

00:06:38: Also auch schon vor der Mitte Studie aber auch schon für den Fall.

00:06:43: Wir wissen das vielleicht auch.

00:06:46: Das ist in der Zeit vor der Förderung durch die Erbatschriftung hier im Bielefeld so war dass die Mitte Studi unter dem gleichen Namen und dem gleichen Slogan von der Leipzig durchgeführt worden ist.

00:07:01: Und die haben da im Prinzip schon seit Jahr zwei Daten vorliegen, in denen sie eben vor allem die rechtsextremen Einstellungen erforscht haben Seitdem und dann gab es diesen Übergang oder sozusagen die Studie mit diesem Namen Von Weipzig nach Bielefeld umgezogen ist.

00:07:19: Die Leipziger machen weiter mit ihrer Forschung unter neuem Namen sehr gleichwertige große Erhebungen in Deutschland, die uns auch erlauben da einfach einen guten Vergleich zu haben.

00:07:31: Weil wir auch sozusagen alternierend letztendlich erheben also versuchen nicht immer im gleichen Jahr zu erhebe dass wir eigentlich alle Jahre abgedeckt haben.

00:07:40: im vergleich.

00:07:42: und das besondere an der Idee die Mitte zu geforschen oder überhaupt in der Mitte Studie ist vielleicht erstmal eine die lange Zeit zumindest in der Politikwissenschaft ein bisschen Konterintuitiv war, wenn es um Rechtsextremismus geht.

00:07:59: Nämlich die Beobachtung oder die Hypothese vielleicht erstmal, dass das was wir als Rechtseextremismus verstehen nicht etwas ist, was am politischen Rand alleine behindert ist und dort entsteht und sich weiterentwickelt und Strukturen aufbaut und Gruppierungen bildet und Protest mobilisiert und auch gleich gewalttätig wird im extremen Fall sondern dass das eigentlich was ist, was im Kern auch sehr anschlussfähig ist in der Mitte der Gesellschaft und teilweise aber auch aus dem Mittel selbst heraus entstehen kann.

00:08:38: Und dann aber vielleicht in rechtsextremen Gruppierungen zum Beispiel noch weiter radikalisiert wird.

00:08:45: Also bestimmte menschenfeindliche Einstellungen

00:08:48: z.B.,

00:08:50: da haben wir mit dem Konzept im Bielefeld der Gruppe zur Menschenfeindlichkeit auch die Langzeiterhebung, in dem wir uns genau dafür interessieren wie es eigentlich steht um die Frage der Gleichwertigkeit bei Ungleichwertigkeit von Menschen in der Bevölkerung und wo den bestimmten Gruppen die Gleichwertigkeitsabgeschrieben wird.

00:09:15: Ja, vielen Dank.

00:09:15: Du hast ja schon echt viele Themen angesprochen die wir interessant finden und relevant finden.

00:09:21: was mich aber tatsächlich nochmal interessieren würde weil du sagst auch die Mitte der Gesellschaft ist eine bestimmte Gruppe mit der man sich befasst.

00:09:29: wie genau identifiziert ihr denn die Mitte des Gesellschafts?

00:09:32: Ist es der Medienbürger?

00:09:34: Also was macht die Mütter der Gesellschaft quasi aus?

00:09:38: oder wer ist das über den ihr oder wir sprechen?

00:09:45: Ehrlicherweise, ich... Also aus meiner Perspektive ist es eigentlich ein Kunstgriff dieser Begriff Mitte.

00:09:53: Den wir uns erlaubt haben oder den mich ja auch dann angeschlossen habe weil die Mitte als solche ist erstmal ein Konstrukt das politisch vor allem immer wieder bemüht wird von unterschiedlichen Parteien.

00:10:11: man kann das gut verfolgen dass es immer wieder in in Reden, zum Beispiel im Bundestag oder auch im Parteiprogramm eigentlich immer wieder in irgendeiner Form wird die Mitte adressiert.

00:10:23: Ja und auch da wird sie eigentlich nicht genau beschrieben wer oder was das jetzt genau ist.

00:10:28: aber es herrscht die Idee vor Es gibt sowas wie einen demokratischen Konsens in der Gesellschaft der so mehr oder weniger vernünftig über Gesellschaft denkt und halbwegs reflektiert irgendwie politische Ereignisse verfolgen kann, verstehen kann.

00:10:52: Und dass der in der Lage ist zum Beispiel auch Extremismen zu erkennen oder zurückzuweisen.

00:10:57: Oder halt dann werden sozusagen die Würde des einzelnen in Frage gestellt wird oder angegriffen wird das auch zu erkennen und zurückzuweisend.

00:11:06: Diese Idee herrscht so ein bisschen vor und es ist auch ein bisschen ein deutsches Phänomen vielleicht im besonderer Reise Also nicht, dass es diese Mitte gibt.

00:11:16: Aber dass sie politisch so eine besondere Bedeutung hat.

00:11:20: Das ist historisch bedingt in Deutschland.

00:11:23: Können wir gerne noch mal darauf zu sprechen kommen?

00:11:25: Ist ein bisschen längere Geschichte vielleicht.

00:11:27: Gerne!

00:11:29: Aber grundsätzlich würden wir sagen heute meinen wir damit tatsächlich die Durchnitzbevölkerung.

00:11:38: im Prinzip und das sagen auch immer wieder gerne kann jeder Mitte sein.

00:11:43: Jeder darf sich da auch zugehörig fühlen, zumindest erstmal in einem politischen Sinne.

00:11:49: Das ist sinnvoll für eine Demokratie wie in Deutschland und gleichzeitig haben wir natürlich Indikatoren die uns helfen sozial strukturell zu überlegen was entspricht ungefähr dem Durchschnitt der Bevölkerung?

00:12:05: Dann geht es zum Beispiel um so Sachen für einen Bildungsabschluss, oder wie hoch ist hier ein monatliches Einkommen?

00:12:17: Wo wohnen sie also?

00:12:20: all so Faktoren die uns die Stichprobe genauer beschreiben lassen und dann relativ nahe eigentlich an die Bevölkerung ran rückt.

00:12:29: Und das ist für uns erstmal alles Mitte.

00:12:33: Da haben wir natürlich aber auch relativ konkrete Fragen, im politischen Sinne erlauben davon abzurücken.

00:12:42: Wir fragen zum Beispiel in allen Untersuchungen eigentlich immer ganz konkret, wo sich die Befragten denn politisch selbst verorten würden.

00:12:52: und dann gibt es diese ganz klassische Links-Rechtsskala auch dies mittlerweile.

00:12:57: natürlich wird die infrage gestellt, ob sie noch so zeitgemäß ist und gleichzeitig sehen wir wie die funktioniert für die meisten Menschen sehr gut.

00:13:06: Die meisten Menschen können damit etwas anfangen und haben eine Idee was mit links oder rechts sein gemeint ist aber auch was mit der Mitte gemeint sein kann.

00:13:16: Dann haben die fünf Antwortoptionen ganz links oder ganz rechts einordnen dann in der Abstufung davor eher links, eher rechts und eben genau in der Mitte.

00:13:27: Und da sehen wir zum Beispiel, dass tatsächlich sich wirklich die Mehrheit der Befragten immer.

00:13:34: Aber jetzt in den letzten Jahren auch rückläufig genau dieser Mitte zuordnet, also selbst von sich behauptet, genau in der Mitte zu stehen.

00:13:42: oder haben wir natürlich aber auch ein Spektrum links und rechts der Mitte, die das auch ganz klar so für sich verorten ihre eigenen Einstellungen?

00:13:53: Da wird es mir wieder spannend zu schauen okay und wie verhalten Sie denn dann nach der Selbstverordnung, der befragten eigentlich ihre Einstellungen dazu.

00:14:01: Und da sehen wir zum Beispiel das dann und das macht dann oft vielleicht das aus was für uns interessant wird nämlich dass nicht nur da wo Befragte sich selbst politisch rechts verorten würden finden wir rechtsextreme Einstellung dar im besonderen und am häufigsten aber eben auch unter befragt die selber von sich behaupten genau in der Mitte zu stehen.

00:14:22: politisch

00:14:24: Ja, das ist spannend.

00:14:26: Und ich würde also auch in dem Zuge, weil wir jetzt ja auch über rechtsextreme Einstellungen sprechen, würde mich interessieren wie messt ihr konkret diese Einstellung?

00:14:36: Könntest du es vielleicht auch an einem Beispiel verdeutlichen?

00:14:41: An einem Beispiel kann ich's verdeutlichten und gleichzeitig wirds daran nicht deutlich.

00:14:48: Weil das Problem ist oder die Schwierigkeit, die wir haben dass wir natürlich mit den Einstellungen, die wir erheben nicht wirklich das messen was uns eigentlich interessiert.

00:15:05: In dem Sinne, dass wir bestimmte Aussagen zur Verfügung haben und das ist in unserem Fall ein sehr etabliertes und validiertes Konstrukt, was wir jetzt zuletzt auch noch mal eine Methode Zeitschrift über diesen Zeitraum von bis zum Beispiel im Jahr ist, dass wir in den vergangenen Jahren im Jahr sind.

00:15:37: Das heißt, wir können tatsächlich davon ausgehen, wenn wir Veränderungen in Einstellungen messen und nicht dem Messinstrument geschuldet Wahrnehmung sozusagen der Aussagen.

00:15:56: Wir haben in diesem Konstrukt der Rechtsextremen Einstellungen unterscheiden wir zum einen sechs Dimensionen, ja?

00:16:06: In erster Ordnung.

00:16:09: Dazu gehört zum einen das fassen wir dann zusammen als rechtsextremes Weltbild zugehören zum ein Diktaturbefürwaltung dazu gehört Nationalschubinismus Dazu gehört Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Sozialdavinismus.

00:16:29: Und die sechste Dimension ist die verharmlose und diskussionalen Sozialismus.

00:16:34: Genau!

00:16:36: Das sind alle sechs und zu jeder dieser sechs Dimension stehen uns drei Aussagen zur Verfügung.

00:16:45: Drei Items letztendlich und das heißt wir haben dann insgesamt ein Instrument mit achtzehn die wir messen.

00:16:57: Ich gebe gerne mein Beispiel, um meine Idee zu bekommen was wir da eigentlich fragen.

00:17:03: Wir haben zum Beispiel eine der ersten Aussagen, die bestellt werden.

00:17:09: zur Bewertung ist im nationalen Interesse unter bestimmten Umständen eine Diktatur die bessere Staatsform.

00:17:18: Es wäre ein ein Item, das Diktaturbefürwaltung messen soll.

00:17:22: Wir können die Befragten dann auf einer Antwortskala von eins bis fünf diese Aussage bewerten und natürlich gehen wir davon aus dass sie das so tun wie es tatsächlich auch ihre Einstellung entspricht.

00:17:35: Andere Aussage ist zum Beispiel wir sollten einen Führer haben der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert.

00:17:45: oder auch beim Antisemitismus haben wir zb sehr klassischen Antisemitismus, den wir da erfragen.

00:17:53: Zum Beispiel dass die Juden mit Tricks arbeiten würden als andere Menschen um das zu erreichen was sie wollen.

00:18:05: und gleichzeitig müssen wir dazu sagen diese Aussagen sind in der Formulierung teilweise sehr hart.

00:18:15: wirklich mal sagen ja Sie lassen relativ wenig Spielraum für Interpretation bis zu gar keinem Spielraum.

00:18:24: Das macht das Instrument, glaube ich auch so stark über die Zeit.

00:18:30: und grundsätzlich können wir auch sagen dass die meisten Befragten diese Aussagen als rechtsextremer Aussagen erkennen ja und auch in der Lage sind oder auch bereit sind dieser abzulehnen.

00:18:43: Und trotzdem unterscheiden sich aber die einzelne Zustimmung oder Abliehnung natürlich enorm von Aussage zur Aussage.

00:18:50: Deswegen vermeide ich immer, versuche ich immer nicht so sehr auf die einzelnen Aussagen zuzunehmen.

00:18:58: Natürlich wichtig sind für die Messung aber eher dann zu schauen okay was ist denn sozusagen?

00:19:05: Was reflektieren diese Aussagen eigentlich für eine Einstellung, die dahinter liegt?

00:19:10: weil die interessiert uns ja und die Aussage selbst ist immer ein bisschen eine Gradwarnung muss ich auch etwas mal sagen sind teilweise sicherlich austauschbar zu einem gewissen Maß.

00:19:27: Nicht in der Gänze, aber zum Gewissenmaß sind sie austauschebar.

00:19:30: das heißt es ist nicht so entscheidend wie genau die Formulierung jetzt vielleicht gewesen ist.

00:19:36: in dem Fall weil wir ja auch jeweils mehrere Indikatoren haben und für uns entscheiden ist dann auch nicht ob eine Person oder mehrere Personen von mir aus auch einer Aussage zugestimmt haben.

00:19:49: Und für uns entscheiden ist dann ja auch, ob sie im extremsten Fall zum Beispiel allen achtzehn Aussagen zugestimmt hat.

00:19:56: Ja und dann würden wir davon sprechen dass eine Person zum Beispiel ein recht extremes Weltbild hat und das da auch kein Vertun ist.

00:20:03: Also da hat die nicht vielleicht nur aus Versehen oder so sagen wir mal falsch geantwortet sondern dann müssen wir davon ausgehen, dass sie ganz klar und in vollem Bewusstsein diese Aussage bewertet hat

00:20:17: Und dass die Aussagen ja eigentlich auch wenig Doppeldeutigkeit zulassen.

00:20:20: Also, die gestellten Fragen ist ja auch tatsächlich relevant damit wir von so Validen also tatsächlich messig das was ich messen will Aussagen kommen können.

00:20:30: Das ist auch total spannend.

00:20:32: und diese Frage von Austauschbar finde ich auch weil sie dann auch immer je nachdem mit welchem Datensatz man arbeitet also Befürwortung von demokratischen Werten oder Ablehnungen von Diktaturen werden in anderen Umfragen gestellt werden auch gegebenenfalls andere Fragen gestellt.

00:20:48: Wenn man beispielsweise auch ländervergleichend arbeiten möchte, muss man gegebenen falls andere Fragen stellen.

00:20:53: aber die Idee zu sagen das Konstrukt dahinter ist eigentlich das was wir erfassen wollen finde ich sehr sehr spannend.

00:21:01: Ja Wir haben ein bisschen das Glück dass tatsächlich weil das Instrument so etabliert ist Auch viele andere Umfragen mittlerweile damit arbeiten vielleicht nicht mit dem ganzen Instrument Aber mit Teil Aussagen.

00:21:15: Das hilft enorm für die Vergleichbarkeit.

00:21:18: und vielleicht ein ganz kurzer Teaser.

00:21:20: Wir sind gerade dabei, Länder vergleichend das Instrument zu testen

00:21:28: haben

00:21:29: eine Kooperation mit Forschern aus Polen und Schweden diese deutsche Messung, sage ich mal rechtsextremer Einstellungen eins zu eins in die entsprechende Ländersprache übersetzt und wir testen das halt da um mal zu schauen ob es da ähnlich gut funktioniert.

00:21:49: Okay also wir reden heute noch über einiges aber damit machst du schon Werbung.

00:21:53: dass würde ich nochmal einladen und über dann die vergleichen international vergleichende oder Vergleichbarkeit auch nochmal sprechen zu können.

00:22:03: Ich würde tatsächlich nochmal für Menschen, die jetzt nicht genau wissen wie Umfragen funktionieren, eine Einstellung nochmal so ein bisschen auf Umfragen rumhorchen.

00:22:13: Du meintest ja ihr macht die Befragung telefonisch und erstens warum habt ihr euch für telefonisch entschieden?

00:22:19: Und was heißt telefonisch?

00:22:22: könnte ich sagen hey ruft mich an oder wie funktioniert das?

00:22:31: Dann hätten wir ja eine selbselektive Stichprobe, die wollen wir gerade nicht haben.

00:22:37: Also entschieden ist relativ.

00:22:39: Wir haben uns natürlich eigentlich erstmal der bestehenden Umfragen angeschlossen und die meisten sozialwirtschaftliche Untersuchungen in dem Bereich waren zumindest vor einigen Jahren noch überwiegend Telefonumfragen weil sie zumindest von der Zeit so vom Kosten nutzen halbwegs vertretbar waren.

00:23:02: Jetzt sind wir natürlich dabei geblieben, weil wir nicht seinen Gefahr laufen wollen, wenn wir jetzt zum Beispiel umschwenken würden auf eine Online-Befragung was mittlerweile viele Institute auch anbieten und machen das unsere Vergleichbarkeit darunter leidet, weil mir sozusagen ein anderes Design hätten in der Stichprobengewinnung.

00:23:23: Der große Vorteil eigentlich finde ich an Telefonbefragungen ist zum einen, dass wir also die Personen und dann eine Frage direkt zu beantworten können sich nicht aussuchen.

00:23:34: Ob wir sie anrufen?

00:23:36: Das ist auch ein bisschen lästig vielleicht für manche.

00:23:38: aber die Telefonnummern, die angerufen werden, werden zufällig generiert.

00:23:44: Also die Umfrageinstitute haben das für den Computerprogramm und das bei so ungefähr wie es eine Mobilfunknummer aufgebaut in Deutschland als

00:23:52: z.B.,

00:23:53: es gibt eine Vorwahl mit vier Ziffern und dann gibt es irgendwie die Nummer dahinter.

00:23:59: Und es gibt halt bestimmte Vorwahrkombinationen, Festnetznummern... ...und die werden halt zufällig generiert.

00:24:06: und dann müssen die fleißigen Menschen, die da in dem Umfrageinstitut arbeiten, halt auch viele Fehlanrufe sozusagen erstmal einen Kauf nehmen weil natürlich ist das auch sein kann dass eine Nummer einfach nicht existiert wenn sie zufältig generieren worden ist.

00:24:21: Und dann ist ja aber auch so, dass wir bestimmte Voraussetzungen haben oder formuliert haben, wer sozusagen in der Umfrage mitmachen soll.

00:24:30: Das ist bei uns nicht viel aber zumindest müssen die Befragten erst mal Deutschland wohnen und das war die erste Voraussetzung.

00:24:39: Und die zweite ist dass sie mindestens achtzehn Jahre alt sind.

00:24:43: Wenn das im Telefon schon negiert wird dann kann die Person immer nicht teilnehmen.

00:24:48: Eine dritte Voraussetzung, die wir implizit mitformulieren an diesem deutschen Fragebogen letztendlich teilnehmen können.

00:24:59: Also wir hatten bisher nicht die Chance, den Frageboggen in andere Sprachen zu übersetzen zum Beispiel um auch Menschen zu ermöglichen, die die Nicht-Deutsches Muttersprache haben auch eine Umfrage teilzunehmen.

00:25:12: also genau und es ist jetzt tatsächlich würde ich sagen aufgrund der Komplexität der Aussagen tatsächlich muttersprachliches Niveau voraus leider.

00:25:23: Und trotzdem versuchen wir natürlich einen möglichst breiten und große Stichprobe zu erzielen.

00:25:27: Und das am Ende, versuchen wir immer so auf zweitausend Befragte zukommen die dann repräsentativ auch nochmal gewichtet werden nach bestimmten Strukturwerkmalen in der Bevölkerung.

00:25:42: Der andere Vorteil aber es kann auch ein Nachteil sein darüber wird sich gestritten.

00:25:46: soweit ich weiß ist das natürlich eine Telefonbefragung oder da gibt es zumindest natürliche Annahmen darüber, wie sich Menschen am Telefon bei Umfragen verhalten.

00:26:00: Zum einen ist sicherlich ein großes Problem die Ausfallquote im Sinne von das Befragte am Telephone vielleicht sehr leicht entweder von vornherein abwimmeln, kein Interesse haben keine Zeit haben und dass sie auch währenddessen einfach abbrechen ja?

00:26:15: Vielleicht auch weil möglicherweise der Empfang wegbricht oder die Person einfach auflegt oder wie auch immer.

00:26:21: Das ist bei Umfragen, die zum Beispiel Haustür-Befragungen machen.

00:26:27: Natürlich ein bisschen anderer weil der Kontakt sehr viel unmittelbarer ist und auch ein bisschen invasiver natürlich zu sagen in das Leben der Befragten.

00:26:38: Und dabei dann von etwas höhere Ausschöpfungsquote hat häufig, weil die Befragt direkt angesprochen werden können persönlich.

00:26:46: man hat eine Person vor sich stehen, die vielleicht freundlich fragt Das ist am Telefon und das ist manchmal ein bisschen schwieriger, ne?

00:26:53: Sicher liefert auch manche Leute dann das schnell verwechseln mit so... ich sage mal Werbe anrufen oder irgendwie sowas.

00:27:02: Und dann erstmal so ein bisschen eingeführt werden müssen.

00:27:04: okay es geht hier um eine Wissenschaftliche Untersuchung an einer Universität zu dem und dem Thema.

00:27:09: hätten sie Zeit und da müssen die Befragten ja auch erst einmal irgendwie bereit sein sich vielleicht eine halbe Stunde Minimumzeit zu nehmen beim Telefon diese Fragen zu beantworten, die ja wie gesagt auch wirklich nicht einfach sind.

00:27:24: Deswegen sind wir jetzt im Telefonformat geblieben und ich kann mir vorstellen dass wir zukünftig vielleicht ein Weg gehen werden wo wir das kombinieren mit Online-Umfragen.

00:27:37: Gleichzeitig sehen wir da auch große Schwierigkeiten tatsächlich.

00:27:41: Das häufig natürlich dann eher selbstelektive Stichproben sind, wenn es dann so Stump-Panels sind.

00:27:48: Also Menschen die sozusagen bei Umfrageninstituten angemeldet sind weil sie sich mal in einer anderen Umfrage oder einfach so bereit erklärt haben an um Fragen teilzunehmen und die dann sozusagen versucht werden zu rekrutieren für diese Umfrage auch.

00:28:05: das heißt die haben grundsätzlich eine andere Bereitschaft solche Fragen zu beantworten.

00:28:10: ja Das ist dann bei dieser Zufallsauswahl, die wir da treffen natürlich nicht unbedingt gegeben.

00:28:18: Verstehe aber, die brauchen wir um eine repräsentative Bevölkerungsumfrage zu haben und deswegen auch noch nachträglich Gewichten weil man tatsächlich ja nicht jede Gruppe gleich gut erreichen kann Ja.

00:28:31: Also super spannend und ich finde auch vor allen Dingen die Frage mit, dass man sich fragt also wir überreten darüber in wiefern sich beispielsweise die Frage stellt.

00:28:39: Vergleichbarkeit der Konstrukte über die Jahre aber schon das sich die Frage ja schon bei der Erhebung stellt ist tatsächlich etwas was man vielleicht gar nicht so richtig auf dem Schirm hat.

00:28:50: so richtig und da würde mich tatsächlich auch interessieren Methodischer inhaltlicher Sicht, in der Mittelstudie noch mal verändert?

00:28:58: Oder wie hat sie sich eigentlich seit den Anfängen weiterentwickelt um es vielleicht anders auszudrücken.

00:29:06: Also kurz gesagt wirklich sagen Sie ist einfach größer geworden, breiter geworden also entgegen sozusagen der Entwicklung in der Bevölkerung dass ich immer weniger Menschen selbst in der Mitte zuordnen sondern eher links und rechts.

00:29:23: davon haben wir unsere Messinstrumental immer breiter ausgestaltet, zu unserem Leitwesen eigentlich tatsächlich.

00:29:34: Wir haben aber in Anspruch natürlich auch formuliert und der ist eigentlich auch geblieben dass wir versuchen nicht nur den Zeitvergleich zu gewährleisten sondern auch tatsächlich eine Gegenwartbeschreibung hinzubekommen die möglichst gut das abbildet, was auch aktuell vielleicht die Menschen bewegend interessiert.

00:29:59: Das heißt wir haben sozusagen unsere Allstars also unsere Instrumente, die wir immer wieder mitnehmen.

00:30:07: dazu gehört eben gehören in die rechtsextremen Einstimmungen aber auch die gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit.

00:30:14: und dann haben wir in den einzelnen Jahren so Schwerpunktthemen gehabt sage ich mal häufig was zu tun hatten mit, was gibt es gerade national international auf Europa für Entwicklungen eigentlich politisch?

00:30:32: Da haben wir jetzt zum Beispiel zwanzig-einundzwanzig, sage ich mal ganz markant die Corona Pandemie.

00:30:41: Die für uns relevant war.

00:30:41: als Kontextfaktor sag' ich mal.

00:30:45: Zwanzigsechzehn war's zum Beispiel große Debatte um die Migrationspolitik in Deutschland, die auch noch zwanzig-achzehn relevant war.

00:30:58: In der Erhebung.

00:31:00: Zweiundzwanzig Dreiundzwanzig ging es vor allem nochmal stärker um so internationale Konflikte und Krisen also zum Beispiel im Ukraine Krieg.

00:31:11: dazu hatten wir eine Frage Batterie mit aufgenommen und auch in der Hinsicht dann so Fragen nach, zum Beispiel so Ost-West Orientierung im Sinne von so große Ausrichtungen eher nach Russland oder eher nach USA.

00:31:30: Dahinter liegt natürlich auch die Idee dass dann bestimmte Ideologien oder Vorstellungen und Wahrnehmungen von Weltpolitik verbunden sind.

00:31:41: Und jetzt in der letzten Erhebung, haben wir uns noch mal was getraut, das eigentlich schon lange auf dem Zettel stand.

00:31:54: Aber wir bisher nicht so richtig eine Idee hatten wie wir es machen sollen nämlich Demokratievorstellungen zu befragen.

00:32:05: Der Hintergrund war dass wir eigentlich schon in den Jahren davor die Beobachtung gemacht haben teilweise auch vielleicht ein bisschen leichtsinnig mit dem Begriff Demokratie umgegangen sind.

00:32:23: Also wir haben diesen Begriff häufig einfach genutzt, ja auch bei Fragen zum Beispiel und haben dann festgestellt dass das sehr unterschiedlich wahrgenommen wird was eigentlich mit Demokratie gemeint ist.

00:32:40: also wir sind ja so ein bisschen unserem eigenen unserer eigenen Bewertung vielleicht aufgesessen, dass wir dachten irgendwie so halbwegs klar könnte das ja sein was mit Demokratie gemeint ist in einem Land.

00:32:57: Das demokratisch ist.

00:33:01: aber so ganz genau gefragt haben wir es nicht bis dato.

00:33:06: und jetzt haben wir zumindest mal im Versuch vor allem der Kollege Marco Eden, der auch mit im Herausgeber Team ist.

00:33:17: Hat er den Versuch nach vorne gebracht zu sagen okay wie können wir es eigentlich schaffen?

00:33:21: Auch besteht aus Bestands-Items, Bestandsfragen die wir haben noch mal was Neues zu entwickeln das ein bisschen stärker dieses Demokratieverständnis auffechert und Ausgangsüberlegung davon war.

00:33:38: nochmal so gibt ja verschiedene Demokratieindices die auch weltweit versuchen, den Zustand von Demokratien zu beschreiben.

00:33:48: Und da gibt es zum Beispiel das große Projekt Wiedem oder Breitys of Democracy, dass das sehr bekannt geworden ist und mittlerweile tatsächlich die Daten.

00:33:59: grundlegend wird für unterschiedliche Indizes benutzt aber das Original sozusagen versucht eigentlich genau dem diesen Phänomen gerecht zu werden sozusagen die Demokratie in Reihenform gibt, sondern tatsächlich Abstufungen und natürliche Ausbrechung von Demokratie.

00:34:19: Also Variationen dann tatsächlich.

00:34:22: Und das als Hintergrund war jetzt in der Mitte Studie so ein bisschen die Idee.

00:34:28: okay wie können wir das denn empirisch versuchen abzubilden?

00:34:34: Da gibt es ein sehr lesbares Kapitel zu, wie ich finde in der aktuellen Mitte Studia was ich empfehlen kann.

00:34:40: Wir werden mal gucken

00:34:41: wie

00:34:44: wir das weiterentwickeln, vielleicht auch noch in der nächsten Erhebung wenn es sie geben sollte.

00:34:49: Aber ich glaube das ist ein Thema was uns weiter beschäftigen wird.

00:34:53: Definitiv und damit auch zusammenhängt also die wichtigsten Erkenntnisse der aktuellen Studie.

00:34:58: Die werden wir auch mit Blick auf die Show Notes nochmal besprechen.

00:35:01: aber was uns auf jeden Fall nochmal interessieren würde ist auch mit dem Zeitvergleich weil du halt auch gesagt hast bestimmte Sachen habt ihr ja auch einfach generell noch mehr erhoben und andere Sachen gehen sozusagen den aktuellen Sachen, also werden halt sozusagen ergänzt mit aktuelleren Entwicklungen.

00:35:19: Und da würde uns natürlich auch nochmal interessieren, auch mit Blick auf die Einleitung der vorgenehmen rechtsextreme Einstellung eigentlich aktuell zu.

00:35:27: wie ist da eure Überlegung?

00:35:29: Eine Erkenntnis wenn ich das richtig interpretiert habe ist ja auch so diese Normalisierung des Rechtsextremismus Wie macht ihr eigentlich diese Idee, deine Modellierungstendenz sichtbar in eurer Arbeit?

00:35:50: Ich überlege wo ich anfange.

00:35:51: Ja es ist eine komplexe Frage, ich weiß und nach dem Demokratiekomplex ist das jetzt auch unbedingt einfacher, da bin ich auch rein!

00:36:00: Also vielleicht zur ersten Frage können wir vielleicht relativ kurz beantworten nämlich nach der Zunahme von Reise-Extreme einstimmen... Tatsächlich, wenn wir uns jetzt den Zeitraum, den wir in der Veröffentlichung auch vergleichen, nämlich im Jahr two-thousand und vierzehn bis zwanzig fünfundzwanzig.

00:36:20: Also das ist ja so ein zehn Jahreshorizont, wenn man uns hier anguckt, dann sehen wir dass es eigentlich so bis Stabil geblieben ist, was zumindest so die Gesamtzustimmung zu dem Rechtsextremen Weltbild angeht.

00:36:41: Da hatten wir immer zwei bis drei Prozent in der Gesamtbevölkerung.

00:36:48: Also relativ überschaubare Anteil, der ein rechtsextremes Weltbild teilt.

00:36:54: Wie schon gesagt, das unterscheidet sich dann natürlich auch noch mal wenn wir uns zum Beispiel die Subdimension angucken.

00:37:01: Häufig zum Beispiel sehen dass sowas wie Nationalschulinismus, also die Idee das sozusagen der Deutschland wieder zurück zu vermeintlicher Stärke oder Übermacht kommen sollte.

00:37:17: Also Germany First Politik, dass sie zum Beispiel viel eher Zustimmung findet als zum Beispiel einen Antisemitismus.

00:37:29: und dann gab es im Jahr noch mal so einen kleinen Einbruch in dieser Stabilität, sag ich mal.

00:37:37: In der Mitte.

00:37:40: und dann hatten wir das Jahr ... mit einer Erhebung, wo wir beim Rechtsextremen Weltbild in der Gesamtbevölkerung knapp acht Prozent gemessen haben.

00:37:52: Das war jetzt im Vergleich zu den Vorjahren erst einmal erstaunlich.

00:37:56: Die waren bei drei Prozent?

00:38:00: Genau!

00:38:01: Und wir hatten erst mal und das im Verhältnis wirklich ein großer Sprung, ja?

00:38:05: Also von... Das klingt erstmal nicht viel.

00:38:06: Aber beim Verhältnissen ist tatsächlich den großen Sprung von diesen zwei drei Prozent auf acht, der sich ja in Subgruppen nochmal deutlicher vielleicht sogar zeigt zum Beispiel bei jüngeren Befragten.

00:38:22: Und da hatten wir erstmal Schwierigkeiten uns das zu erklären.

00:38:25: wie kann es eigentlich sein gerade von diesem noch einmal stärkeren Tief sage ich mal, zwanzig-zwanzig, einundzwanzigt zu diesem hoch in zwanzich-zwei, zwenzig-dreinzwanzzig.

00:38:36: Und jetzt sind wir vier und zwanzfünfundzwanzige wieder auf dem Niveau der Jahre davor ungefähr ja also so plusminus.

00:38:45: das heißt wir haben eigentlich gerade so ein bisschen so einen Auf und Ab hinter uns und gleichzeitig Das ist erstmal die Beschreibung dass wir gemessen haben und gleichzeitig Und das ist glaube ich unabdingbar, beobachten wir ja auch politische Entwicklungen im Land.

00:39:04: Also klar hängen wir sehr in unseren Daten und sind Empirica durch und durch.

00:39:09: aber natürlich schauen wir auch was es sonst noch so an Phänomenen gibt und was sich sonst eigentlich so im Bereich Streis Externismus entwickelt in der Bevölkerung.

00:39:18: und da hatten wir im Forschungs-Team eigentlich den Eindruck dass wir sowas wie Normalisierung beobachen können Normalisierung in der Hinsicht, dass eigentlich das von dem wir bis also immer noch davon ausgehen müssen und sollten was wir als rechtsextremer Einstellungen messen.

00:39:43: Dass das etwas ist, was in der Bevölkerung nicht mehr unbedingt als solches aufgefasst wird im Sinne von die Aussagen, die zum Beispiel abgefragt werden vielleicht noch solche erkannt werden in dieser Reinform, aber sozusagen so oder so ähnlich vielleicht dann doch geteilt werden.

00:40:10: Das heißt wir hatten ein bisschen eigentlich zwei unterschiedliche Geschichten die wir erzählen mussten.

00:40:18: Andererseits die Geschichte, die sozusagen die Daten hergegeben haben und gleichzeitig natürlich auch den Kontext indem sich das entwickelt hat, den wir miterzählen wollten Und unsere, ich kann es schon mal vielleicht ein bisschen vorweg nehmen.

00:40:35: Unser Standpunkt damals als wir das erste Mal mit diesen acht Prozent zu tun hatten war zu überlegen okay wie kommt denn dass aus diesem unter zwei Prozent knapp eins Komma?

00:40:48: sieben waren ziemlich genau zwanzig zwanzigeinundzwanzig hab's gerade nicht vor Augen aber die Kams eigentlich zu diesem starken Anstieg vor allem nach der Corona Pandemie.

00:41:00: Das hat uns erstaunt, weil wir es eigentlich ehrlicherweise vielleicht andersherum erwartet hätten.

00:41:06: Wir hätten vielleicht erwartet dass es während der Corona-Pandemie zu einem starken Anstieg kommt einfach aufgrund dessen was gesellschaftlich eigentlich so gekippt ist an Vertrauen in Demokratie und Institutionen in Politiker in den Staat.

00:41:26: Das ist dann aber nach Ende der Pandemie und mit einer gewissen Lösung in der Gesellschaft, eine Lösung von Anspannung, von Frustrationen, von Wut.

00:41:34: Sich das vielleicht auch wieder ein bisschen abmildert.

00:41:39: Es ist genau andersherum eingetreten.

00:41:41: Und unsere Erklärung ist eigentlich bisher die, dass wir sagen, die Befragung im Jahr oder im zweiten Lockdown, weiß ich gar nicht mehr genau.

00:41:56: Aber zumindest in einen der früheren Lockdowns erhoben wurden.

00:42:02: und da muss man ja zur Einordnung schon noch mal dazu sagen das war eine Zeit in der es auch an anderen Umfragen klar wurde dass die Bevölkerung eigentlich das Vertrauen in den Staat sehr groß war teilweise sogar auf einem Allzeit hoch weil angesichts dieser starken Verunsicherung durch die Pandemie-Situation natürlich auch der Staat gefordert war und sicher auch irgendwie agiert hat.

00:42:33: Und versucht halt, Sicherheit zu vermitteln.

00:42:36: Dann kippte das aber spätestens dann in einen der späteren Lockdowns, wo dann klar war, okay sind die Maßnahmen wirklich sinnvoll oder nicht?

00:42:46: Da wird er immer noch gestritten und ist auch wichtig glaube ich.

00:42:50: Und trotzdem sehen wir das dann natürlich gesellschaftlich sich was losgebrochen hat, wo wir heute rückblickend sagen würden da haben sich auch noch mal Bevölkerungsteile aus der Mitte radikalisiert die vorher eigentlich unauffällig waren.

00:43:04: Ja und dass wir dann sagen müssen okay der starke Anstieg dann zu zwanzig zweiundzwanzig dreiundzwundzig ist wahrscheinlich eher Ausdruck dessen also quasi dessen was dann nach der Erhebung davor passiert ist, würde ich sagen.

00:43:23: Kompliziert zu machen aber das quasi die Einstellungen sich und davon gehen wir auch häufig aus da können wir drauf zu sprechen kommen auch gerne.

00:43:33: Die Frage ist auch unbeantwortet an vielen Stellen ob sich Einstellung in eigentlich über die Zeit so allmählich entwickeln wir davon ausgehen müssen, dass die eigentlich relativ stabil sind.

00:43:48: Ungeachtet von was passiert sonst noch so auf der Welt?

00:43:52: Also gerade zur politischen Ethologien, dass sie relativ stabil ist oder ob das eigentlich etwas ist, wo wir sagen müssen vielleicht sind Einstellungen doch etwas, was sich auch relativ kurzfristig verändern kann wenn der Kontext es erlaubt.

00:44:10: und in dem Fall würden wir sagen ist es ein Kontext-Effekt gewesen oder einen Periodeneffekt könnte man das auch nennen, der da sichtbar geworden ist.

00:44:21: Wir können nur mutmaßen wie das jetzt weitergeht mit der Zeitreihe.

00:44:24: Ich hätte verschiedene Ideen dazu.

00:44:27: ich glaube vieles ist möglich.

00:44:28: wir werden es am Ende empirisch sehen müssen was es zeigt.

00:44:33: Also empirisch auch theoretisch.

00:44:34: also ich habe mich ja in meiner Promotion auch mit Wertorientierung beschäftigt was er quasi sozusagen eine Sammlung von Einstellungen sein kann.

00:44:42: Also im Endeffekt wirklich diese Unterscheidung von Wertorientierung, Einstellung, Haltung – was ist eigentlich stabiler und was ist tatsächlich dann doch den aktuellen Sachen?

00:44:52: Aber ich glaube dazu können wir eine neue Folge machen.

00:44:54: Nico!

00:44:55: Ich merke schon mit dir haben wir auf jeden Fall mindestens ja fast schon ne kleine Dokureihe die wir uns schon vorstellen können.

00:45:03: Aber uns interessiert natürlich auch sehr deine Dis.

00:45:05: und bevor wir darauf zu sprechen kommen, möchte ich abschließend noch eine Frage zur Studie im Allgemeinen stellen.

00:45:11: Und zwar würde mich noch interessieren... Ich würd gerne so als so ne Reaktion gibt es eigentlich einen verbreiteten Yotum über die Mittelstudie was du gerne korrigieren willst.

00:45:25: Oh das war eine richtig schöne Frage.

00:45:26: ehrlich

00:45:28: gesagt!

00:45:29: Du hast den Raum.

00:45:30: ja

00:45:32: Da müsste ich mal kurz drüber nachdenken.

00:45:35: Wir würden eigentlich viele Gürtzümer einfallen, es ist so ein bisschen das der Nachteil würde ich mal fast sagen an einer doch durchaus bekannten Untersuchung dass mir natürlich auch viel Aufmerksamkeit aber auch viel Kritik Nachsicht ziehen kann.

00:45:54: Es gibt eine Kritik aber ich will die jetzt gar nicht in der Kürze der Zeit komplett ausräumen Aber ich würde Sie gerne zur Sprache bringen, weil ich sie so interessant finde.

00:46:04: Darüber mal nachzudenken.

00:46:06: und zwar begegnen uns gerade im Kontext von der Gruppenzone in Menschenfeindlichkeit aber auch bei rechtsextremen Einstellungen die Kritik dass wir mit solchen Umfragen und Versuchungen indem wir quasi die Einstellung, die wir befragen die wir messen wollen dass wir die über diese Telefoninterviews überhaupt erst in die Bevölkerung reintragen würden.

00:46:33: Dass wir quasi überhaupt erst dafür sorgen würden, das dann befragte dieser Einstellungen herausbilden nachdem wir sie ihnen Verfügung gestellt haben.

00:46:43: Ja, das ist interessant und dass Menschen sich überhaupt erst dazu positionieren müssen vielleicht auch und das kognitiv was macht?

00:46:50: Und das finde ich... Ich finde erst mal den Gedanken nachvollziehbar, dass das sein kann.

00:46:56: Ich glaube es überschätzt zum einen tatsächlich die Tragweite einer solchen Untersuchung.

00:47:03: also mit zweitausend Personen befragten Befragen da gibt sicherlich kann man das mathematisch bestimmt irgendwie schlau berechnen wie viele Kontakte es bräuchte damit dann diese zwei tausend person auf dreieinachtzig Millionen zu sagen in eine Einstellung verbreiten sich irgendwie etabliert.

00:47:24: Ich würde aber eher sagen, ja es gibt diesen Moment in der Telefonumfrage wo die Befragten sicherlich zum ersten Mal konfrontiert sind mit dieser Aussage.

00:47:40: und trotzdem und das macht auch vielleicht dann genau das Umfrage-Design aus, sind die Gefragten gefordert in relativ kurzer Zeit eine Antwort zu geben, ja?

00:47:53: Eine Bewertung abzugeben.

00:47:55: Das heißt es geht nicht unbedingt darum, dass die Befragten jetzt zu jeder Aussage Zeit haben, eine Viertelstunde zu diskutieren, zu reflektieren pro und kontraabzuwägen was sind Argumente, die dafür sprechen, die dagegen sprechen sondern es geht tatsächlich darum deswegen sind sie für uns einfach Indikatoren zu gucken.

00:48:17: Was liegt denn dahinter?

00:48:19: Das heißt, wenn wir davon ausgehen und das ist einfach unsere Prämisse.

00:48:22: Wenn wir davon ausgehen, wir messen damit dahinterliegende Einstellungskonstrukte zum Beispiel Antisemitismus.

00:48:30: Da müssen wir davon rausgehen dass sie befragten ihren Antisemitism so oder so abrufen können.

00:48:37: Ob Sie jetzt diese oder jene Frage beantworten?

00:48:40: Und werden Sie antisemitisch eingestellt sind dann werden Sie auch in der Lage sein diese Befrage oder werden Sie die Befrage entsprechend beantwortet.

00:48:47: Davon gehen wir aus, davon müssen wir auch ausgehen.

00:48:49: Sonst wäre unsere Umfrage hinfällig und trotzdem kann ich die Kritik nachvollziehen im Sinne von.

00:48:56: natürlich geht es auch um eine wissenschaftliche Verantwortung in dem Sinne von an welchen Stellen reproduzieren wir eigentlich bestehende Ungleichwertigkeitsvorstellungen?

00:49:10: nicht unbedingt mit der Befragung selbst also bei den befragten.

00:49:14: aber Wir haben dann eine Veröffentlichung mit so einem Buch, wir machen Vorträge.

00:49:18: Wir haben vielleicht mal bei einem Podcast eingeladen wie auch immer.

00:49:22: Wir machen Lehre in der Universität unter Richtenstudierungen dazu.

00:49:27: Natürlich sind die Indikatoren, die wir genutzt haben, auch Teil des Diskussion und der Debatte und das Austausch darüber.

00:49:39: Und wir sind uns bewusst darüber dass diese Aussagen, die wieder stellen, natürlich Menschen, die sie unmittelbar betreffen verletzen können.

00:49:48: Und trotzdem oder umso mehr vielleicht sagen wir, da sind wir eigentlich überzeugt davon, dass wir genau darüber sprechen müssen.

00:49:56: Dass wir genau diese Aussagen abfragen müssen weil wir sehr wenig davon hätten wenn wir so tun würden als gäbe es diese Vorurteile und diese rechtsextremen Einstellungen nicht.

00:50:07: ja und wir könnten Sie nicht erfragen und wir dürften Sie nicht fragen sondern da wissen wir sehr viel früheren Vorgurtheitsforschung auch, dass das eigentlich den Gegenteiligen Effekt hat.

00:50:20: Sobald Menschen anfangen tatsächlich Einstellungen die sie haben zu verleutenen, zu negieren zurückzuweisen weil sie denken Sie dürfen sie nicht haben oder sie enorm eine andere ist Das nennt sich dann Rebound-Effekt Dass es dann häufig so ist, dass die Menschen Experimente umso stärker diese Vorurteile eigentlich haben und weiterhin hegen.

00:50:50: Also wir müssen darüber sprechen, wir müssen die Vorteile sichtbar machen.

00:50:53: nur dann können wir sie bearbeiten.

00:50:56: Ja finde ich persönlich überzeugend mehr was dazu auch ein

00:51:03: Gedanken.

00:51:03: Dies abrufen finde ich tatsächlich schon eine Sache.

00:51:05: Also es ist auf jeden Fall vorhanden, aber natürlich müssen wir mit unseren Daten auch arbeiten also auch mit demokratischen Wertorientierungen und sie brauchen trotzdem in den Debatten.

00:51:14: Genau das was wir am Anfang ja auch mit der Frage mit Fakten basiert und nicht an da können wir so viele Zahlen versuchen zu interpretieren.

00:51:20: die zahlen stehen ja nicht für sich.

00:51:22: Das heißt wir müssen sie kontextualisieren.

00:51:23: und jetzt ist es ja auch tatsächlich die Frage wie man also ob man die Zahlen dann auch einfach nur benennt oder auch einfach problematisiert.

00:51:31: Also eine Zustimmung von jeder vierten Person beispielsweise zu einem rechtsextremen Weltbild ist nichts, was man einfach sozusagen hinnehmen sollte.

00:51:38: wir brauchen dann quasi auch politische Konsequenzen daraus, die wir ableiten sollten.

00:51:45: aber ja so wie du sagst man ist mit Vorträgen damit beschäftigt und man ist in der Lehre damit beschäftig man schreibt Promotionen dazu Ja,

00:51:55: apropos.

00:51:56: Dann würde ich mal mit dem Teil zu deiner eigenen Forschung weitermachen.

00:52:00: und damit ist unsere Folge hier quasi forschungspragmatisch aufgebaut weil wir kommen jetzt von den Daten zu deinen Forschungsfragen Und im Studium wird uns ja häufig als Prototyp so der Weg von der Theorie über das Forschungsdesign zu den Methoden und dann in Daten vermittelt.

00:52:19: und dass es hier vielleicht interessant zu erwähnen weil wir in unseren Folgen eher häufig Qualitative Forschung vorstellen, aber besonders in der quantitativen Forschung schaut man sich ja häufig auch früh die Daten an und schaut welche relevanten Fragen lassen sich anhand dieser Daten beantworten.

00:52:37: Und du arbeitest in deiner Promotion mit den Daten der Mittelstudie und erforscht die Bedeutung von Sozialisationskontext für rechtsextreme Einstellungen?

00:52:48: Würdest Du uns einmal sagen was genau dabei die Fragen sind die sich für dich als relevant ergeben haben?

00:52:55: und ja, die deine Forschung leiten, die dich interessieren.

00:53:00: Ja eigentlich gerne und rechtzeitig merke ich auch dass es für mich immer noch ein Verben- und Einfindungsprozess ist.

00:53:12: wahrscheinlich kennt ihr das auch.

00:53:15: Ich muss auch dazu sagen, ich bin auch so'n bisschen vielleicht...ich sage mal nicht unbedingt durch Umwege zur Promozion gekommen, aber vielleicht ein bisschen dann doch durch die Arbeit an der Mitte Studie.

00:53:29: Ich glaube ich hätte ohne diesen Zugang zu dem Feld mir das selber gar nicht zugetraut mich so einem großen Projekt zu widmen und ja auch alle Entbehrungen, die das vielleicht mit sich bringt auf mich zu nehmen.

00:53:50: Mittlerweile bin ich ja auch schon relativ lange jetzt eigentlich in diesem Projekt und hätte glaube ich auch sicherlich schon mal irgendwie.

00:53:56: oder anders gesagt, Ich hatte schon immer wieder Ansätze für eine Promotion.

00:54:01: Hatte immer wieder Ideen weil einfach die Mütter dann wie gesagt immer breiter geworden ist von den Themen und immer mehr möglich gemacht hat.

00:54:10: Und trotzdem hatte ich am Anfang war ich so sehr noch im Konzept der Gruppenbeziehung Menschenfeindlichkeit hatte ich da so Fuß gefasst und mich damit viel beschäftigt.

00:54:21: Da war ja auch sehr an der Entwicklung, wie gesagt aber vielleicht in einer Neuausrichtung des Instruments mit gearbeitet, mitgewirkt.

00:54:35: Das wäre sicherlich auch ein Thema gewesen, dem ich mich gerne weiter gewidmet hätte.

00:54:41: Bin dann aber jetzt.

00:54:42: Ich glaube, das ist nicht unerheblich für diese Promotionsfindung.

00:54:50: Gerade weil ich jetzt in der Promotion mache, bin ich gerade noch eine Ausbildung zum Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeutin.

00:54:59: Das

00:54:59: war so

00:55:00: krass!

00:55:00: Habe ich vor ein paar Jahren angefangen, ich weiß gar nicht wie genau ich auf die Idee kam es gleichzeitig zu machen aber... So ist es jetzt.

00:55:10: Es ist nichts zu empfehlen auf jeden Fall, falls ihr im Teil übernacht denkt Genau.

00:55:14: Und da ist mir nochmal so sehr, ich mich jahre davor immer auf einer Makro-Ebene bewegt habe mit der Einstellungsforschung.

00:55:26: und was passiert so gesellschaftlich?

00:55:28: Unsere Normen und Werte und Einstellungen.

00:55:32: Ich fühle mich vor allem relativ weit weg mit meiner Brille oder dem, was ich interessant finde.

00:55:44: Hinzu kam natürlich noch die Arbeit in der Uni als solche, die ja auch vielleicht das Gefühl auslösen kann aber mir ausgelöst hat irgendwie weit weg zu sein von... ...von der Wirklichkeit, die wir ja irgendwie beanspruchen zu beschreiben.

00:56:00: Und mit der Ausbildung war ich nochmal irgendwie sehr viel näher auf so einer Mikroebene und habe irgendwie sehr viele zu tun.

00:56:06: Auf einmal mit Kindern Jugendlichen, mit Eltern Auch mit Schule Also mit Orten, an denen Menschen sozialisiert werden.

00:56:15: An denen sie aufwachsen und natürlich auch über die Zeit politisch sich entwickeln, Identität ausbilden... ...und aber natürlich auch mit allen Kontextfaktoren, die für mich vorhin interessant waren auf der Makro-Ebene.

00:56:27: So wie Corona-Pandemie Kriegen auf der Welt genauso beschäftigt sind.

00:56:33: Und die dann zum Beispiel in die Psychotherapie bringen.

00:56:36: Auf einer abstrakten... Weise und irgendwie beschäftigt sie das.

00:56:40: Und es muss nicht immer alles direkt Auswirkungen auf sie haben, aber zumindest die nehmen das sehr bewusst wahr und pflegen das irgendwie ein in ihre weitere Entwicklung dieser Erfahrungen, die Sie da vielleicht machen.

00:56:58: Dann hatte ich mich so gefragt ob das nicht was ist wo ich mit der Mitte Studie einen guten Twist hinbekomme dass sich sowohl mich weiterhin mit Einstellungsforschung beschäftige, von der ich überzeugt bin dass sie sehr viel mehr ist als individuelle Einstellungen.

00:57:19: Als das was es sagen ist Individuum uns bereit ist mitzuteilen sondern von der Ich immer davon ausgehen würde, dass Sie Kollektiv funktioniert und gesellschaftlich funktioniert und nur so funktionieren kann.

00:57:33: also eine Einstellung zum Beispiel, zum Rechtsextremismus kann sich nicht alleine auf einer intra-individuellen Ebene entwickeln.

00:57:44: Das funktioniert nicht.

00:57:45: Wir Menschen sind im Austausch mit anderen.

00:57:47: wir leben in einer sozialen Umwelt.

00:57:50: natürlich entsteht diese Einstellung inter individuell also zwischen anderen Menschen miteinander und natürlich auch im Verhältnis zur Gesellschaft hat mich jetzt dazu gebracht, zumindest in der letzten Erhebung.

00:58:08: Ich mache zu zwei Schritte.

00:58:11: In meiner letzten Erhäbung noch mal stärker tatsächlich mich einmal dem zu widmen.

00:58:17: was sind das vielleicht für Erfahrungen die Kinder jugendliche oder in diesem Fall Befragen ja Erwachsene aber was waren das eigentlich für Erfahrenden die sie vielleicht als Kinder Jugendliche gemacht haben?

00:58:29: Die sich möglicherweise jetzt im wachsenden Alter auswirken oder ausgewirkt haben auf ihre politischen Einstellungen.

00:58:38: Und der zweite Punkt ist das letzte Erhebung des Themas in einem Kapitel von mir zur Frage, wie sich eigentlich recht extremer Einstellung über familiare Sozialisation herausbilden können?

00:58:55: Über bestimmte Erziehungs- und Sozialisationserfahrungen die sie über die Eltern gemacht haben.

00:59:04: Dann müsste ich jetzt sehr weit ausführen, machen wir gleich.

00:59:07: Es geht nämlich sehr viel in dem Fall um auch die Hintergründe und die Geschichte der Autoritarismus-Forschung.

00:59:17: Der zweite Aspekt ist aber dass sich mich aufgefragt habe ob es eigentlich sowas wie generationale Einflüsse gibt auf die Herausbildung von rechtsextremen Einstellungen.

00:59:32: Die Beobachtung war tatsächlich eher auch eine so von außen.

00:59:35: erst mal, sowohl jetzt in der Langzeiterhebung haben wir immer wieder Hinweise darauf oder Evidenz dafür an anderen Untersuchungen dass sich rechtseextreme Einstellungs vor allem unter jüngeren befragten Wiederholzeiten ja oder zunehmend zeigen Und dass das so ein Bruch ist, der sich auch mehr oder weniger in den letzten fünf, sechs Jahren vielleicht entwickelt hat.

01:00:04: Wo es dann so deutlich geworden ist und das ist eine Entwicklung die gegenläufig ist zu dem was eigentlich so lange Zeit in der politischen Religionsforschung vermutet wurde die das rechtsextremer Einschulung oder die Herausforderung zum Rechtsextremismus etwas ist, was vielleicht eher noch einer Kriegs- und Nachgigsgeneration angehaftet ist.

01:00:36: Und sich möglicherweise über den Zeit herausentwickeln wird weniger werden wird.

01:00:48: Jetzt sehen wir aber... ist jetzt noch mal in den letzten Tagen glaube ich umso deutlicher geworden, dass wir es gerade zu tun haben mit einer sehr jungen Generationen in Deutschland die im besonderer Weise im Rechtsextremismus auffällig wird.

01:01:04: Ich meine gestern war's das die Bundesanwaltschaft Anklage erhoben hat gegen zwei rechtsextremen Organisationen die wir eigentlich als Jugendorganisation mehr oder weniger beschreiben würden aufgrund des Alters der Mitglieder ja Und die sozusagen unter Verdacht stehen, eine terroristische Vereinigung kürzlich zu haben.

01:01:28: Das gab es vor dem Vorwachen schon mal den Fall bei der sogenannten letzten Verteidigungswelle, die auch jetzt vor Gericht stehen in Hamburg und wo die Mitglieder oder die potenziellen Täter vielleicht auch teilweise noch gar nicht strafmündig sind.

01:01:49: Und das ist eine Entwicklung, die in der Form noch mal neu ist aber sich auch ein bisschen wiederholt.

01:01:58: In dem Sinne dass wir es in Deutschland in den neunzigern Jahren schonmal mit so einer... Ich würde euch gegen den Begriff Welle vermeiden Aber mit einem starken Anstieg zu tun hatten von von jugendlichen rechtsextremen Gewalttätern, die Anfang Mitte der neunziger Jahre in Ost-, aber auch im Westdeutschland vor allem Asylsuchende Geflüchtete deren Unterkünfte angegriffen haben oder auf die Person selbst angegriffene haben.

01:02:39: Und das war eine Entwicklung, die damals schockiert hat und aufgegrüttelt hat.

01:02:51: Gründungsmotor, würde ich fast sagen für das IKG hier im Bielefeld.

01:02:56: Also eine zentrale Forschungseinrichtungen NRW einzurichten die sich eben mit damals jugendlichem Rechtsextremismus auseinandersetzt.

01:03:05: Die Forschung von Willem Heidmeier gewesen, die da ganz früh und maßgeblich gewesen ist.

01:03:09: in dem Zusammenhang Und in dieser Tradition versuche ich jetzt so ein bisschen vielleicht weiter zu machen Ein Tradition von der ich in Eindruck hatte, dass sie jetzt zumindest so nach dieser Hochphase in den neunziger Jahren was auch die Forschung angeht ein bisschen Hintergrund geraten ist weil das Phänomen sich einfach anders dargestellt hat und nicht mehr so offenkundig zu beobachten war.

01:03:38: Es gab ja lange auch die Beobachtung, dass eigentlich sozusagen es den Rechtsextremisten gar nicht mehr gäbe im Sinne dass er sozusagen rein äußerlich erkendlich sei.

01:03:53: Das war in den Neunzigern anders, da gab es ganz klarer Erkennungszeichen für Rechtsextreme, für Nazis und Neo-Nazis, für Skinheads.

01:04:01: Und das hat sich dann in den zweitausenden Jahren stark verändert.

01:04:05: Es gab dann auch noch mal so eine Zeit wo es viele neue rechte Bewegungen gab die auch nochmal versucht haben neue Symbole, neue Kleidung, neue Codes irgendwie zu etablieren.

01:04:16: Das, was glaube ich die Parallelität zu den neunziger Jahren jetzt herstellt ist tatsächlich auch das Erscheinungsbild.

01:04:24: Die heute jungen Rechtsextremen reden in sehr ähnlicher Weise martialisch auf wie in den neunsiger Jahren.

01:04:33: haben wir da ähnliche Frisuren, ähnlichen Kleidung, äh ähnliche Symbolik, die ähnischen Slogans ähm organisieren sich sehr ähnlich.

01:04:41: ähm durch alles digital heute aber ähm Und das fragt, schon die Frage hat das eigentlich wiederholt sich da etwas.

01:04:51: Und die Frage ist ja...

01:04:52: So diese Rückkehr der Baseball-Schläger?

01:04:56: Genau!

01:04:56: Das war so ein Hashtag, der total viral gegangen ist glaube ich ne Zeit lang und Die Frage dahin gehen ist aber eigentlich noch unbeantwortet.

01:05:09: Es gibt zum einen natürlich diesen Diskurs darüber, genau über diese Rückkehr der sogenannten Baseball Schlägerjahre Und viele Menschen, die damals jugendlich waren oder aufgewachsen sind und das selber erlebt haben berichten da heute von wie sie das erlebt haben.

01:05:23: Und gleichzeitig würden wir natürlich als Sozialforscher genau hingucken wenn es darum geht einen Vergleich zu ziehen der sagt okay ist die Rückkehr eines jenes und solch ein Jahrzehnt sagen wir wissen natürlich ist jetzt halt heute eine andere ihr lebt nicht mehr in neunziger Jahren Und trotzdem zeigt sich ein ähnliches Phänomen in einer anderen Welt, aber in der wir heute leben.

01:05:49: Das hat mich dann irgendwann so auf diese... ich will es gar nicht Generationenforschung nennen weil das irgendwie auch ein schwieriges Wort ist und oft auch irreführend ist.

01:06:00: Aber zumindest zu dieser Frage getrieben wird da eigentlich intergenerational auch was weitergegeben von dem wir lange gedacht haben.

01:06:11: Das entwickelt sich vielleicht, wenn so in einer Kohorte oder in einer Generation, in einer bestimmten Region vielleicht.

01:06:20: Aber wieso sollten wir davon ausgehen dass da vielleicht Einflüsse von bestimmten Installationsinstanzen relevant sein die Jahre davor schon miterlebt haben?

01:06:32: Und meine erste Vermutung war aber sehr waghalsig das die Menschen In den neunziger Jahren, als ich gerade beschrieben habe in dieser Zeit, als diese starken rechtsextremen und rassistischen Ausschreitungen gab in Deutschland die zu derzeit Jugendliche waren.

01:06:52: Dass das eine Generation ist, die zumindest potenziell heute Eltern sein könnte und vermutlich auch schon Kinder hat oder Jugendliche in dem Alter dann sind, die jetzt vielleicht auch in ähnlicher Weise sich solchen Rechtsextremitologien hinwenden, dafür Interesse bekunden und sich vielleicht auch Gruppen anschließen.

01:07:16: Also erstmal eine sehr naive Idee von okay da gab es die Eltern, die haben das vielleicht unmittelbar miterlebt waren vielleicht sogar Teil dieser rassistischen Ausschreitungen in Deutschland.

01:07:29: Die haben jetzt Kinder bekommen und die fallen genauso auf.

01:07:36: Natürlich ist es nicht so einfach.

01:07:39: Aber ich fand...

01:07:40: Aber das ist ein echtes, was miteinander zu tun

01:07:42: hat?

01:07:42: Ich fand erst mal dieses Bild ganz charmant mitzüberlegen.

01:07:46: Gibt's da vielleicht eine Verbindung?

01:07:49: Gibt es da einen Zusammenhang?

01:07:51: Und jetzt haben wir die Schwierigkeit leider, dass man natürlich in den Mittestudien zum einen nur Erwachsene befragen und wie aber auch zum anderen keine keine Panel-Untersuchung haben.

01:08:04: In der Sinne von, wir befragen alle zwei Jahren die gleichen Menschen und wir können tatsächlich Interindividuelle Unterschiede zeigen, sondern wir befragen ja immer wieder neu.

01:08:21: Und ihr befragt im Rückblick auch zur eigenen... Kindheit, also quasi die Sozialisation wahrgenommen wurde.

01:08:30: Wo dann natürlich sich auch wieder die Frage stellt wie sehr ist diese Wahrnehmung geeignet in Kindheit geprägt von aktuellen Einstellungen oder gesellschaftlichen Normalitätsvorstellungen von Kindheit?

01:08:45: Also du wolltest ja auch glaube ich vorhin noch mal was eigentlich dazu sagen Sozialisation, vielleicht Leistungsvorstellung oder so mit Autoritarismus zusammenhängen?

01:08:58: Ja voll.

01:08:59: Ich bin ein bisschen abgedriftet.

01:09:03: Das war sozusagen dann jetzt der erste Ansatzpunkt in der letzten Erhebung zu sagen okay lass uns doch mal versuchen es gab schon ähnliche Versuche mal versuchen ob die Befragten in der Lage sind retrospectiv Auskunft zu geben über ihre Kindheit Jugend und ob das dann wiederum heute zusammenhängt mit ihren politischen Einstellungen.

01:09:29: Und die Idee war zu sagen, okay erst mal stand ich vor der großen Kritik von vornherein schon auch im Forschungsteam dass es in Nico du kannst doch nicht die Leute nach ihrer Kindheit Jugend fragen Also das ist doch völlig invalide, was dabei herauskommt.

01:09:49: Also ob die Leute heute gut Auskunft darüber geben könnten wie sich ihre Eltern ihn gegenüberverhalten haben.

01:09:59: Konnte ich nachvollziehen und gleichzeitig war meine, ich sag mal therapeutische aber auch wissenschaftliche Intuition eine andere, nämlich zu sagen... Ich glaube es verhält sich tatsächlich sehr ähnlich wie bei allen anderen Einstellungen, die wir messen.

01:10:16: Nämlich dass wenn der Indikator einen guten Reiz bietet kann ich in der Lage sein eine saliente oder latente Einstellung in dem Moment dann salient zu machen und abrufbar zu machen.

01:10:35: Und es gibt da auch unterschiedliche Forschung zu, die genau das versucht hat natürlich auch in anderen Kontexten und anderen Fragestellungen.

01:10:44: Aber wir sehen schon dass grundsätzlich davon ausgegangen werden kann, dass Erwachsene in der Lage sind relativ pauschal sage ich mal vielleicht aber durchaus zuverlässig Auskunft zu geben darüber wie sie ihre eigenen Eltern wahrgenommen haben.

01:11:02: Also wenn ich euch beide jetzt so ungefähr fragen würde, was manche denn die Wahrheit eurer Eltern damals zu euch ihr könntet wahrscheinlich irgendwas dazu sagen.

01:11:09: Ihr würdet nicht sagen und das kann ich jetzt gar nicht beantworten, dass ist viel zu lange her sondern ihr habt eine Idee davon wie eure Kindheit und Jugend mit euren Eltern war.

01:11:19: Ja ja klar!

01:11:19: Das könnt ihr abrufen.

01:11:21: genau und davon bin ich ausgegangen, dass es anderen Menschen auch so geht.

01:11:27: Und die Idee war dann zu sagen okay Ich war dann sehr so in dieser Autoritarismusforschung drin, auf die mir natürlich auch immer wieder Bezug nehmen.

01:11:37: Weil dir mit eigentlich den Grundstein gelegt hat, was wir für heute machen mit der Mittelstudie.

01:11:48: Und damals in den fünftiger Jahren war eigentlich Kindheit das Thema für die Forscher in der Autoritarrismusforschung.

01:11:57: Das hat sich dann relativ bewirrt und keiner wollte mehr was damit zu tun haben.

01:12:01: Alle gesagt haben ja es vielleicht doch ein bisschen schwierig und schwer nachzuweisen.

01:12:06: Und trotzdem gab es diese Versuche, ich habe mich jetzt sehr auf die Untersuchung von Detlef Österreich, der ist viel nicht so bekannt als Autoritarismus-Forscher, ist teilweise etwas vergessen geraten neben den vielen anderen, die es da einfach auch gibt überlegt, eigentlich sollten wir doch noch mal Kindheit jungen ins Auge fassen wenn wir uns fragen wollen wie entwickelt sich eigentlich Autoritarismus oder autoritäre Einstellungen.

01:12:38: und er hat sich überlegt.

01:12:42: seine Hypothese war die er dann auch in empirischen auch Einstellungsuntersuchungen zeigen konnte dass er davon ausgeht das es grundsätzlich zwei Wege gibt.

01:12:53: Der eine Weg, oder eigentlich gibt es drei Wege und der dritte Weg ist der Idealweg.

01:12:58: Nämlich zu sagen das Ziel müsste sein dass Kinder Jugendliche eigentlich Autonomie entwickeln.

01:13:05: Er hat gesagt autonomie ist für ihn das Gegenstück zur Autoritarismus.

01:13:09: Menschen die sich als autonome soziale Wesen erleben entwickeln keinen Autoritarrismus.

01:13:17: Das war sozusagen die eine Promisse.

01:13:18: Und er hat gesagt okay Was verhindert denn die Entwicklung von Autonomie im Kindes- und Jugendalter?

01:13:24: Und aber ein Weg vorhin zu sagen, okay.

01:13:29: Die eine Blockade sozusagen, die gesetzt werden kann ist wenn Kinder in ihrer Entwicklung überfordert werden.

01:13:35: Das heißt, wenn sie durch Erwachsene mit Anforderungen konfrontiert werden, die noch nicht ihrem Entwicklungsstand entsprechen wo Sie merken das kann ich noch zu sagen, dazu gedrängt werden etwas zu tun.

01:13:53: Wo tut sie sich noch nicht in der Lage sehen?

01:13:56: Und der andere Weg ist für ihn die Unterforderung sein das Gegenstück dazu zu sagen okay, es sind Eltern, die ihren Kindern eigentlich viel zu wenig zutrauen.

01:14:05: Das sind Eltern die ihren Kinder eigentlich alles abnehmen alle Entscheidungen abnehmen weiß ich davon ausgehen dass ihre Kinder halt Kinder sind und keine vielleicht keine eigene Meinung hätten oder keine eigene Meinung formulieren könnten, oder wie auch immer.

01:14:22: Und er sagt beides würde dazu führen dass die Kinder sich dann genötigt sehen der Autorität der Eltern unterzuordnen weil sie keine andere Chance haben in dem Moment in ihrem Alter an dem Sie sind und das ist aber eine ganz natürliche Reaktion gewesen für Österreich zu sagen Kinder sollten das genauso machen.

01:14:44: Wenn sie unsicher sind, dann orientieren sich an ihren Eltern.

01:14:47: Das ist gesund und natürlich hilft den Kindern bei ihrer Entwicklung.

01:14:52: Und jetzt war es aber sein Twist, um zu sagen, gibt es aber Kinder die diese Erfahrung als Kinder gemacht haben, eines Erwachsene später nicht überwinden können?

01:15:05: Ja!

01:15:06: Und immer noch wenn Sie mit einer Überforderung oder Unterforderungen der im Alltag in der Welt konfrontiert sind, eigentlich nach autoritärer Sicherheit sich sehnen und sie eine Autorität unterordnen wollen die Sie ganz Erwachsene vielleicht gar nicht mehr so einfach haben wie Kinder ihre Eltern.

01:15:26: Das heißt, sie suchen sich eine andere Größe, eine andere Autoritäts-, eine andere Ethilogie, eine Macht, eine Gruppe, eine Identität, die es ihnen schafft diese Sicherheit zurückzuholen, die sie so dringend brauchen.

01:15:42: Und das war für Österreich aber dann eben im Erwachsenenalter ein Zeichen von Unmündigkeit und eben von mangelnder Autonomie, wenn Menschen nicht in der Lage sind mit Unsicherheit, mit Anforderungen die vielleicht erst mal bevorragend sind konstruktiv umzugehen.

01:15:58: In einer nicht schädlichen Weise für andere oder für sich selbst.

01:16:05: Ein Instrument entwickelt, dass versucht diese Idee von Unterforderung und Überforderungen in der Kindheit Jugend so ein bisschen abzubilden.

01:16:14: Ich habe es anders genannt.

01:16:17: Und glaube ich einmal das Versuch zu beschreiben als die Erfahrung einer Leistungsorientierten Erziehung oder Sozialisation.

01:16:28: da bin ich ehrlicherweise noch ungenau in der Formulierung, ob ich jetzt von Erziehung spreche oder Sozialisation.

01:16:37: Da bin ich noch dran zu überlegen was es für mich eigentlich eher ist.

01:16:40: aber aufgrund dessen das ich eigentlich politische Sozialisationsforschung mache ist es eigentlich Sozialisation und nicht unbedingt Erziehungen.

01:16:48: also einfach ein bisschen breiteren Begriff zu wählen.

01:16:51: Und das andere ist neben der Leistungsorientierung die Eltern fordern dass quasi so die Überforderung die Kinder vielleicht häufig erleben gibt es da sozusagen, ich habe das jetzt autoritär orientierte Sozialisation genannt.

01:17:06: Da geht's dann darum dass Kinder zum Beispiel ihre Eltern als sehr stark kontrollierend und eben autoritäer wahrgenommen

01:17:12: haben.

01:17:15: Also eine Aussage die wir damit erfragt haben ist zum Beispiel ob die Eltern oft Entscheidungen für das Kind getroffen haben ohne es mit einzubeziehen oder ob die Eltern Widerspruch geduldet haben von dem Kind.

01:17:30: daraus abgeleitet habe ich dann quasi zwei ja auch zwei fahre im prinzip entwickelt die sich dann.

01:17:36: und das war die vermutung erst mal wo ich dachte ok daraus könnte sich auch schon könnten sich auch rechtsextremal einstimmungen wickeln, das war ein bisschen weitgegriffen.

01:17:49: in den analyser hat es dann gezeigt der zusammenhang ist eigentlich vermittelt und es macht total Sinn nämlich über autoritarismus.

01:17:58: also im prinzipp stützt es nochmal die früheren Annahmen von Österreich und gleichzeitig ergänzt es jetzt nochmal um die Frage nach der Herausbildung von Rechtsextremer Einstellungen.

01:18:11: Das rechtsextreme Einstellung nun Autoritarismus zusammenhängen, das ist eigentlich hinreichend bekannt und auch total schlüssig.

01:18:18: Auch da ist die Forschung eigentlich teilweise ein bisschen ungenau würde ich fast sagen ob das nicht doch ob das eine nicht irgendwie auch immer das andere gleichzeitig sein muss.

01:18:29: Oder die Frage ist ein bisschen, was eigentlich sozusagen die ursprüngliche Ethologie vielleicht oder die urspungliche Entwicklung?

01:18:37: Man würde eigentlich sagen in der Autoritarismus ist quasi die größere, die gröberer Orientierung und aus der kann sich dann zum Beispiel eine spezifische Ethologie entwickeln wie der Rechtsextremismus.

01:18:48: Ja aber es könnte auch eine andere Ethologie sein.

01:18:50: Aber erstmal die Entwicklung von Autoritalismus als Solche, also die aussporthäre Unterordnung und die Aggression.

01:18:58: Dass diese sich erst mal gleicher vielleicht ein Wege entwickeln können?

01:19:03: Ja ist super interessant.

01:19:04: auch finde ich was das für... Also für die Prävention vielleicht auch bedeutet dass es um Autonomie und selbst Wirksamkeitserfahrung im Lebensverlauf gehen sollte aber vielleicht auch eben gerade in frühen prägsamen Jahren Wenn nicht das einmal von mein eigenes Verständnis und vielleicht auch für unsere Zuhörerinnen zuspitzen darf.

01:19:29: Du dich interessiert ja die Prägsamkeit von frühen Jahren, von Sozialisationskontexten.

01:19:37: Das könnte man vielleicht als Persistenz-Tesel bezeichnen also dass eben schon in früheren Jahren bestimmte Vorbedingungen gelegt werden für Einstellungen, die sich dann auch im Lebensverlauf halten oder als wichtig erweisen.

01:19:56: Eine alternative Hypothese wäre ja dazu dass eben doch politische Kontexte oder Ereignisse wichtig sind für die Einstellung von Menschen und die dann konkret beeinflussen.

01:20:14: Nein, ich stoppe das vielleicht mal.

01:20:15: Also kannst du das vielleicht nochmal gegenüberstellen und sagen wie du das untersuchst?

01:20:21: Ja es ist tatsächlich so.

01:20:28: Die Persistenz-These genau die geht davon aus dass schon gesagt... Das ist eine der ersten Thesen die es gab in der politischen Filzungsforschung Wie gesagt hat Wir müssen, die kamen natürlich sicherlich aus dieser Autoritarismusforschung.

01:20:43: Die hat in den fünftiger Jahren sehr früh sich auf Kindheit und dann den familialen Kontext konzentriert hat zu sagen das sind die präbenden Jahre.

01:20:52: ja da wird früh angelegt was ich dann später einen weiteren Lebensverlauf entwickelt an rechtsextremer Einstellungen oder entwickeln kann ein autoritären.

01:21:04: Ist das eigentlich so was gewesen, was natürlich auch jetzt zum Beispiel für uns relevant war?

01:21:12: Ich habe es vorhin erläutert.

01:21:14: Die Frage nach wie haben sich jetzt gerade bei uns im Zeitverlauf die Rechtsextremen Einstellungen entwickelt und da war ja auch, wie ich sagte, die Überlegung lange okay.

01:21:26: Eigentlich müssten es die Älteren befragen, denn sie sind es auch lange Zeit gewesen, die hier auffallen mit höheren rechtsextrem oder vermehrt rechtseextremen wirkten lange Zeit eher ein bisschen liberaler vielleicht auch und demokratisch orientierter.

01:21:44: Und dass aber diese ältere Generation eine ist, von der wir dann ausgehen müssen okay das sind zum Beispiel auch Personen die wahrscheinlich noch stark beeinflusst und geprägt waren von derzeit entweder des Nationalsozialismus in der späten Phase oder aber auch dann in der Nachkriegszeit von Eltern sozialisiert worden sind die selbst wiederum im Nationalen Zivilismus gelebt haben.

01:22:11: Das zeigt sich zum einen, dass das tatsächlich eine Generation ist, also diese Menschen die bis zu forty-fünf geboren sind und dass das Befragte sind in unserer Umfrage, die tatsächlich durchweg über alle Jahre hinweg mit am stärksten auffallen.

01:22:27: Die relativ persistent sind in ihren Einstellungen.

01:22:36: Es ist eine Gegentease.

01:22:38: Ich finde, es ergänzt eigentlich die Überlegung der Persistenz.

01:22:43: Nämlich die Idee, okay, es gibt... Also nennt sich Impressable Years-Tese, die eher versucht zu fokussieren auf, aus entwicklungspsychologischer Sicht müsste es doch eigentlich vor allem das Jugendalter sein, in der Menschen besonders anfällig sind für die Herausbildung bestimmter politischer Orientierung erstmal und dann möglicherweise auch rechtsextremer Orientierungen.

01:23:10: Und auch dafür gibt es Evidenz, dass genau dieses Jugendalter so entscheidend ist.

01:23:15: Und trotzdem würde ich sagen, schließe dich das nicht aus?

01:23:22: Das betrifft eher vielleicht jetzt deine anschließende Frage nämlich was so aktuellen Kontext und was passiert eigentlich in der Umwelt?

01:23:33: Und ich würde sagen, das ist sozusagen die dritte Ebene vielleicht ein bisschen.

01:23:39: Das sehen wir jetzt auf und es ist auch Teil meiner Promotion zu zeigen, dass wir neben der Persistenz über die Zeit von einer bestimmten Generation tatsächlich auch sowas wie Periodeneffekte haben, die sich dann kontextualisieren lassen.

01:23:57: Anstiege oder Abnahmen jetzt im einen Fall bei den rechtsextremen Einstellungen?

01:24:03: Ja, das wäre jetzt mal eine Anschlussfrage gewesen.

01:24:04: Also wie kann man empirisch prüfen ob Einstellung wirklich persistieren oder momentane Reaktionen sind?

01:24:13: Vielleicht durch Anschliege?

01:24:14: dann?

01:24:14: Periode Effekte?

01:24:16: Das ist sozusagen die methodische Schwierigkeit von der ich gerade stehe dass mit denen Daten die ich habe das auseinander zu zu dividieren eigentlich.

01:24:27: Also sozusagen sowohl einen anhaltenden, aber spezifischen Effekt einer bestimmten Generation nachzuweisen und gleichzeitig aber dann auch die unterschiedlichen Perioden oder Kontexteffekte, die wir halt auch gemessen haben.

01:24:44: Die sind ja sozusagen ergeben sich unmittelbar aus den berichteten An- oder Abstiegen in den Jahren.

01:24:54: nochmal genauer mir anzugucken vor dem Hintergrund, was spielt da eigentlich eine Rolle?

01:25:01: Also spielte auch alterne Rolle zum Beispiel also als eine mögliche Kontrollvariable.

01:25:08: Das wäre so ein bisschen die erste Gegenvermutung zu sagen naja das ist häufig ne Kritik ja auch an so Generationenforschungen zu sagen, naja gut da werden irgendwie Generationen definiert.

01:25:19: auf bestimmte Art und Weise sind das Menschen, die zwar eine Generation angehören aber auch über die Zeit der Befragung sozusagen jetzt immer die zehn Jahre, die wir da herum haben ja auch gealtert sind.

01:25:33: Also ist es vielleicht einfach auch ein Alterseffekt von.

01:25:36: möglicherweise werden Menschen auch im Alter ich sag mal oder gibt's auch viel Untersuchungen zu des Menschen eher konservativer werden?

01:25:45: Oder das spricht auch wiederum nochmal für die Kontext- oder für die Periodenfrage dass nicht nur das Alter isst in dem Fall also älter werden Und das auch bestimmte Ereignisse im Leben, Menschen zum Beispiel konservativer werden lassen.

01:25:58: Das würde ja bedeuten Einstellungen verändern sich im Lebensverlauf?

01:26:02: Ja und ich glaube es ist beides und ich glaub es ist tatsächlich beides der Untersuchung zu dir auch zeigen, dass gerade Eltern – und da bin ich wieder bei dem Thema welche Rolle spielen eigentlich Eltern für die politische Realisation von Kindern?

01:26:19: Dass gerade Menschen, die Eltern werden stark dazu tendieren konservativere Einstellungen zu entwickeln als sie hatten bevor sie Eltern waren.

01:26:30: Also eine Vermutung wäre vielleicht zu sagen okay Da ist natürlich auch eine Zeit, in der sie sehr viel mit neuen Anforderungen konfrontiert sind und vielleicht auch darauf bedacht sind irgendwie ein sicheres Umfeld zu schaffen.

01:26:42: Und irgendwie stabile Verhältnisse und irgendwie vielleicht auch ein bisschen ihrer Jugendlichkeit irgendwie ablegen wollen und dann eher dazu tendieren zum mehr Sicherheit im weitesten Sinne zu tendieren.

01:26:56: Aber das ist für uns total wichtig zu wissen wenn es z.B.

01:26:59: so was ist wie Menschen werden Eltern und dann wären sie konservativer, wäre das ja für die Prävention total relevant.

01:27:08: zu wissen eigentlich.

01:27:09: Dass wir uns auch eigentlich Eltern zuwenden müssten wenn es um die Frage geht wie können wir eigentlich langfristig demokratische Orientierung sichern in der Gesellschaft?

01:27:23: Wenn wir wissen okay, Menschen die Eltern werden erst mal die nächsten Zeit ihres Lebens wahrscheinlich konservativa.

01:27:31: Vielleicht bauen sie vielleicht auch mehr Demokratiemistrauen auf oder werden skeptischer der Politik gegenüber.

01:27:38: Oder distanzieren sich einfach aufgrund dessen, dass sie sozusagen familiär so stark eingebunden sind also auch was ihre Teilhabe und ihr Interesse politisch gesehen angeht.

01:27:47: Dass wir genau die dann ansprechen müssen wenn wir wiederum davon ausgehen das ist ja zweite Teil der Promotion zu sagen die frühen Jahre für Kinder sind so wichtig.

01:27:56: Und wenn wir dann Kinder haben die eigentlich aufwachsen unter Eltern gerade Seller mit Beschäftigten in so einer autoritäre Reaktion zu verfallen, weil sie völlig überfordert sind.

01:28:05: Mit denen Anforderungen, die an Sie gestellt werden als Eltern, als Berufstätige, als Partner, als Freunde, als Mitglieder einer Gesellschaft, dass sie dann vermutlich und das ist jetzt sozusagen erst mal nur eine Annahme aber wahrscheinlich auch ihren Kindern nicht unbedingt Autonomie vermitteln können.

01:28:24: Das wäre ein ewiger Kreis.

01:28:27: Genau!

01:28:27: Aber das ist erstmal so grundsätzlich die Überlegung.

01:28:31: Ich halte nicht so viel davon, unterschiedliche Thesen gegeneinander abzwingen und zu sagen dies ist nicht.

01:28:37: Ich glaube es ist wirklich beides.

01:28:40: Und dafür spricht auch der aktuelle Foto-Stand international.

01:28:44: Wir finden eigentlich dafür für alles gute Evidenz, gute Belege... ...und eben auch dafür dass Menschen in bestimmter Hinsicht ein Leben lang offen sind für Einstellungsänderung.

01:28:58: Aber eben immer dann, wenn es der Kontext erlaubt oder erfordert und das macht wieder den Kontext so relevant.

01:29:06: Also wenn ich nie gefordert bin meine eigenen Einstellungen zu hinterfragen oder sie überdenken oder neue zu entwickeln sondern immer nur ist ausreicht zu sagen über meine lebensspanne bestehende Einstellung zu behalten, zu stützen durch welche zu ergänzen die irgendwie ähnlich sind Dann bleibt das natürlich so.

01:29:26: Aber wenn sich die Welt so stark verändert, dann muss ich vielleicht auch diese Anpassung vornehmen in den Einstellungen.

01:29:36: Ich finde es hat extreme gesellschaftliche Relevanz, Ja, eben autoritäre und rechte Weltbilder bearbeiten.

01:29:47: Und vielleicht auch präventiv verhindern möchte wirklich besser zu verstehen durch welche Mechanismen und in welchen Zeitpunkten sie eben entstehen.

01:29:58: Vielleicht ja als Frage an dich was wäre eine Erkenntnis die du dir von deiner Promotion am meisten erhoffst?

01:30:14: Also ich glaube eine persönliche Erkenntnis wäre vielleicht erstmal, ob es sich gelohnt hat.

01:30:22: Also... Ich meine ist das schon was natürlich glaube ich und das werde ihr wissen.

01:30:29: Es braucht viel persönliches Interesse an einem Thema und sonst gelingt es glaub ich nicht so lange da dran zu bleiben und das aufrechtzuerhalten.

01:30:41: Ich glaube für mich wird tatsächlich dass gerade alles so eine zeitgemäße Erscheinung ist und so eine Zeit.

01:30:48: gemäßifrage ist, ob wir eigentlich uns sowohl einer bestimmten Generation vielleicht noch mal zuwenden sollten.

01:30:58: Und fragen sollten wo es da eigentlich generational Misslungen zu demokratisieren?

01:31:09: Und eben zum Beispiel rechtsextreme Einstellungen oder die Hinwendung zum Rechtsextremismus zu verhindern, sind es vielleicht bestimmte Generationen und oder sind es tatsächlich dann doch eher spezifische Teile der Bevölkerung.

01:31:25: Die wir besonders im Blick haben sollten für die Prävention.

01:31:28: Dazu gehört wie ich gerade schon sagte zum einen Eltern ein anderer Aspekt er aber auch noch.

01:31:33: dazu gehört sicherlich die Frage nach dem Geschlecht.

01:31:37: Die haben wir jetzt gar nicht so thematisiert heute, aber auch da sehen wir ja in der Forschung das ist glaube ich auch Alltagsbeobachtung von vielen Menschen.

01:31:44: Dass Rechtsextremismus immer noch was ist, was sehr männlich daherkommt, sage ich mal und aber auch massiv von Männern geprägt ist, von Männlichkeit vor allem geprägtes.

01:31:57: Und das sehen wir auch in unseren Daten dass das sozusagen Männer in der Befragung auch über die lange Zeit eher mal auffallen als Frauen.

01:32:10: Das ist keine Entschuldigung und auch kein Ausweichen, aber ich glaube das ist natürlich unzureichend eigentlich betrachtet mit der Frage nur nach Geschlecht.

01:32:26: Also die meisten Menschen unterscheiden sowieso nicht, ob sie jetzt biologisch oder sozial als Mann- oder Frau sehen.

01:32:32: Das fragen wir auch nicht ab leider vielleicht.

01:32:37: Aber wir würden ja als Sozialforscher nicht sagen, dass biologische Geschlecht macht.

01:32:41: Dass die jetzt Rechtsextremen werden?

01:32:43: Nein natürlich nicht!

01:32:44: Sondern wir würden natürlich fragen auch hier wieder... Wir messen sozusagen quasi formal Geschlecht.

01:32:50: Aber eigentlich wollen wir doch wissen, was haben die denn für Geschlechtervorstellungen?

01:32:54: Oder was haben sie denn selber für eine Identität zum Beispiel in Form von Männlichkeit und Weiblichkeit?

01:33:00: Eigentlich müssten wir ja das erfragen!

01:33:02: Weil das wäre ja für uns wieder hinterliegende Variable, die uns vielleicht erklären kann – eher erklären kann, wieso sich vielleicht rechtsextreme Einstellungen so oder so entwickeln.

01:33:16: Das machen wir natürlich nicht, leider.

01:33:19: Aber auch hier lohnt glaube ich den Blick dahin und ich glaube es ist auch nicht völlig vermessen zu sagen gut ein Großteil der Menschen die sozusagen angeben zum Beispiel Männer zu sein werden sicherlich auch in irgendeiner Form männliche Identität entwickelt haben und eine Form von Männlichkeit praktizieren.

01:33:40: ja das heißt wie können da müssen davon ausgehen dass im Hintergrund tatsächlich noch andere variablen, mit erhoben worden sind ohne sie explizit erfragt zu haben.

01:33:51: Aber genau genommen würde ich sagen müssten wir ja nochmal genauer hingucken.

01:33:55: aber das wäre so ein Thema was ich auch spannend finde.

01:33:57: also welche Bedeutung hat eigentlich Männlichkeit oder Weiblichkeit für die Herausbildung von rechtsextremen Einstellungen?

01:34:06: Ja also damit hast du noch mal ein spannendes ganz anderes Feld aufgemacht sind jetzt schon weit aus länger dabei, als wir es normalerweise sind.

01:34:18: Weil das auch einfach ein riesiges und super spannendes Thema für uns alle ist.

01:34:23: Definitiv!

01:34:23: Ich würde

01:34:25: dir jetzt zum Ende nochmal die Chance geben, ob es noch ein weiteres Thema gibt, was wir jetzt noch gar nicht angesprochen haben, dass du gerne noch thematisieren möchtest...

01:34:36: Die Obrik nennen wir liebevoll deine letzten Worte.

01:34:43: Okay, okay.

01:34:45: Tja, davon geh'n mich in Verlegenheit.

01:34:50: Also vielleicht versuche ich's mal damit... ...auf vorträgen wenn wir die Mitte Studio vorstellen.

01:35:00: und was machen wir jetzt damit?

01:35:03: Was sind die Implikation unserer Arbeit, unserer Forschung eigentlich?

01:35:06: Wir beschreiben da immer den lieben langen Tag irgendwie viele Dinge.

01:35:10: am Ende muss es zu irgendwelchen Bedeutungen haben gesellschaftlich eine Relevanz haben.

01:35:15: Und vielleicht wäre eines meiner letzten Worte.

01:35:20: Ich denke, es gibt total viele gute Ideen und Ansätze was wir tun können gegen das Erstärken und die Weitere Normalisierung des Rechtsextremismus.

01:35:29: da muss ich gar nicht so auslassen.

01:35:32: aber eine Sache die mir häufig zu kurz kommt oder die ich kaum höre ist eigentlich die Forderung der Wunsch nach demokratischen Vorbildern.

01:35:44: Ich glaube, das ist was, was der viel Potenzial haben könnte für unsere Gesellschaft.

01:35:50: Weil so meine Wahrnehmung dazu ist, dass es daran eigentlich fehlt.

01:35:55: Also nochmal vor dem Hintergrund der Frage wie kann es Menschen eigentlich gelingen eben in Zeiten von Krisen, Unsicherheiten, Kriegen, Inflation?

01:36:06: Wie auch immer... nicht autoritär zu reagieren.

01:36:09: Wie kann es ihnen gelingen, dass sie nicht in eine autoritäre Reaktion verfallen?

01:36:14: Dass wir da eigentlich überlegen müssten, wenn wir davon ausgehen das sind erlernte erworbene Verhaltensweisen und Einführungsmuster dann wäre es doch gut, wenn es Menschen gäbe die uns genau das zeigen, die uns in der Lage sind zu zeigen.

01:36:30: wie reagiere ich denn nicht autoritäer auf diese und jene Krise, auf diesen und jeden Krieg?

01:36:37: Und leider, und das muss man dazu... Was darf ich jetzt sagen?

01:36:42: Leider sind es in meiner Wahrnehmung zumindest oft Politiker die dann im Fernsehen sprechen denen das nicht so gut gelingt.

01:36:50: Eben nicht zu verfallen in der autoritäre Reaktion, in Versprechen von Sicherheit oder auch in Populismus sondern die eigentlich in der Lage sind genau diese Unsicherheiten, diese Unwegbarkeit von Gesellschaft und von Weltgeschehen auszuhalten, und auszudifferenzieren.

01:37:12: Und irgendwie klar zu machen dass es nicht diese eine Antwort gibt und es trotzdem darum gehen muss einen demokratischen Konsens für eine Lösung zu finden.

01:37:22: Und genau diese Schwierigkeit irgendwie zu verkörpern das gelingt nicht vielen aber ich würde mir wünschen dass es mehr Menschen gibt die das schaffen und die Vorbild sein können in solchen Momenten.

01:37:34: Das ist ein schöner Wunsch, den würde ich mich auch anschließen.

01:37:38: Ja und irgendwie auch ein konstruktiver Outlook.

01:37:43: Danke Nico!

01:37:44: Danke dass du heute bei uns zu Gast warst.

01:37:46: Vielen Dank!

01:37:48: Wir hoffen das sich all deine Hoffnung an deinem Promotion erfüllen und wünschen dir dafür noch alles Gute.

01:37:56: Danke auch dir mehr.

01:37:57: was hat sehr viel Spaß gemacht heute mit dir zu moderieren.

01:38:00: Fand dich auch schön.

01:38:00: danke

01:38:02: Und danke an unsere Zuhörerinnen, dass ihr heute dabei wart.

01:38:06: Schreibt uns gerne, falls ihr vielleicht eure eigenen

01:38:09: Forschung

01:38:09: sogar selbst mit Daten damit die Studie arbeitet oder auch bezüglich Kritik an der Studie, die wir heute nicht thematisiert haben – das interessiert uns alles sehr!

01:38:22: Wir hören uns bei der nächsten Folge im Juli.

01:38:25: Bis dahin!

01:38:37: Migration im Dialog.

01:38:40: Für mehr Informationen über die Arbeit unseres Netzwerkes und für Updates zum Podcast findet ihr uns auf Twitter unter addincenten.

01:38:48: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

Über diesen Podcast

MeltingPod - Migration im Dialog: der Podcast des Nachwuchsnetzwerkes des Interdisziplinären Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung an der Universität Duisburg-Essen.

Die Corona-Pandemie hat uns auf die Idee gebracht, einen Podcast zu starten, um eine Plattform für Netzwerkarbeit, zur Verbreitung von Forschungsergebnissen und dem Wissenschafts-Praxis-Transfer im Bereich der interdisziplinären Migrationsforschung zu bieten. Wir sprechen hierbei als Nachwuchswissenschaftler:innen mit anderen Nachwuchswissenschaftler:innen aus verschiedensten Fachgebieten, die zum Thema Migration forschen. Der Podcast behandelt Themen, mit denen sich die junge Migrationsforschung beschäftigt und gibt somit einen Einblick in das Forschungsfeld über die Grenzen wissenschaftlicher Disziplinen hinweg.

von und mit Andrea, Dennis, Laura, Marina, Merve, Anna

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